Schilddrüsenüberfunktion: Die richtige Ernährung

Schilddrüsenüberfunktion: Die richtige Ernährung

11. März 2020 0 Von Jonas Baumgärtner

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen und Anzeichen bemerkbar machen. Einer der Schlüssel zur Prävention und Linderung dieser Erkrankung liegt in der Regulation der Jodzufuhr. Im Folgenden erfahren Sie, wie Ihre Ernährung Ihre Schilddrüsenfunktion beeinflussen kann und welche Lebensmittel sie bei einer Schilddrüsenüberfunktion lieber meiden sollten.

Was versteht man unter Schilddrüsenüberfunktion?

Was ist Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenüberfunktion, auch Hyperthyreose genannt, ist eine Erkrankung der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse, die sich an der Vorderseite Ihres Halses befindet. Sie produziert Tetraiodothyronin (T4) und Triiodthyronin (T3), zwei primäre Hormone, die steuern, wie Ihre Zellen Energie verbrauchen. Hyperthyreose tritt auf, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert.

Die Diagnose einer Überfunktion der Schilddrüse und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache können die Symptome lindern und Komplikationen vorbeugen. Dabei kann neben medikamentöser Behandlung auch eine Ernährungsumstellung eine Rolle spielen.

Wieso ist die Ernährung bei einer Schilddrüsenüberfunktion so wichtig?

Bestimmte Lebensmittel können dazu beitragen, Ihre Schilddrüse gesund zu halten und einige der negativen Auswirkungen der Schilddrüsenüberfunktion zu verringern. Einige Mineralien, Vitamine und andere Nährstoffe sind notwendig, um die Schilddrüsenfunktion auszugleichen. Eine jodarme Diät wird normalerweise vor einigen Behandlungen für Hyperthyreose verschrieben. Beispielsweise müssen Sie vor einer Strahlentherapie eine jodarme Diät einhalten, um überschüssige oder beschädigte Schilddrüsenzellen zu entfernen.

Ernährung für eine hochaktive Schilddrüse

Eine Ernährungsumstellung kann eine Schilddrüsenüberfunktion zwar nicht heilen, einige Nährstoffe und Mineralien spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Grunderkrankung und der Symptome. Die Ernährung kann sowohl die Produktion von Schilddrüsenhormonen als auch die Funktionsweise der Schilddrüse beeinflussen.

Vitamin A

Vitamin A wird für die Aktivierung von Schilddrüsenhormonrezeptoren benötigt. Tiermodelle haben gezeigt, dass ein Vitamin-A-Mangel die Gesundheit der Schilddrüse bereits auf dem Level der Hirnanhangsdrüse oder Hypophyse beeinträchtigt.

Ein Vitamin-A-Mangel erhöht die Hypophysenaktivität und die Ausschüttung des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons TSH. Dadurch erhöht sich die Größe der Schilddrüse und die Jodaufnahme in der Schilddrüse wird verringert. Gute Quellen für Vitamin A sind Blattgemüse, orangefarbenes und gelbes Gemüse, Tomatenprodukte, Obst und einige pflanzliche Öle..

Vitamin C

Ernährung für eine hochaktive Schilddrüse Vitamin C

Die Schilddrüse braucht einen ausreichenden Spiegel an Vitamin C, um gesund zu bleiben. Ein langfristiger Mangel an Vitamin C führt dazu, dass die Schilddrüse zu viele Hormone produziert. Menschen mit einer überaktiven Schilddrüse benötigen zusätzliches Vitamin C, da dieses aus dem Gewebe ihres Körpers abgeleitet wird.

Obst und Gemüse sind bekanntlich die besten Nahrungsquellen für Vitamin C. Beachten Sie, dass auch das Kochen den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln beeinflussen kann. Da Vitamin C wärmeempfindlich und wasserlöslich ist, geht umso mehr Vitamin C verloren, je länger Sie ein Lebensmittel kochen.

Darauf sollten Erkrankte lieber verzichten

Der Verzehr von zu vielen jodreichen Lebensmitteln kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen oder diese in einigen Fällen verschlimmern. Dabei sind jedoch nicht nur natürlich jodhaltige Nahrungsmittel zu beachten. Einige verarbeitete Lebensmittel werden im Herstellungsprozess künstlich mit Jod angereichert.

Jod

Zu viel Jod kann eine Schilddrüsenüberfunktion verschlimmern, da es die Schilddrüse dazu anregt, noch mehr Schilddrüsenhormon zu produzieren. Eine Person mit Hyperthyreose sollte übermäßige Mengen an jodreichen Lebensmitteln daher vermeiden. Jod wird bei der Pflege und Fütterung von Tieren sowie als Stabilisator oder Zusatzselement in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt.

Daher kann es in unterschiedlichen Mengen in allen Lebensmitteln und Getränken enthalten sein. Vermeiden Sie Jodasalz und Gerichte aus Restaurants, da es hier keine vernünftige Möglichkeit gibt, festzustellen, in welchen Restaurants Jodsalz verwendet wird. Fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie jodhaltige Medikamente absetzen und vermeiden Sie die Einnahme von Kräuterpräparaten.

Milch- und Sojaprodukte

Schilddrüsenüberfunktion Milch- und Sojaprodukte

Milchprodukte wie Milch, Käse, Sahne, Joghurt, Butter, Eis, Milchpulver und Molke sollten aufgrund ihres Jodgehalts vermieden werden. Zu den Jodquellen in der Milch gehört die Verwendung von Jod im Viehfutter, jodhaltige Produkte zur Reinigung von Zitzen und Eutern sowie eine geringe Menge an Jod aus Reinigungsmitteln für Geräte.

Während Soja kein Jod enthält, haben Studien gezeigt, dass es einige Behandlungen für Hyperthyreose bei Tieren beeinträchtigen kann. Vermeiden oder begrenzen Sie Lebensmittel mit Soja wie Shakes, Pulver, Nahrungsergänzungsmittel, verarbeitetes Soja und Sojamilch.

Hühner- und Putenfleisch

Hühner und Putenfleisch sollte bei einer Schilddrüsenüberfunktion vermieden werden, da einige Sorten von Geflügel einen hohen Jodgehalt aufweisen können. Einige Lebensmittelhersteller injizieren Brühen in Truthahn, Huhn oder Schweinefleisch. Auf dem Etikett ist möglicherweise nicht angegeben, ob die Brühe Jodsalz enthält.

Außerdem füttern einige Geflügelzüchter ihre Hühner mit Fischmehl, welches stark jodhaltig ist. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich an Ihren örtlichen Metzger, um dort frisches Putenfleisch, Truthahn oder Hühnchen zu erhalten.

Meeresfrüchte

Der Ozean ist die Quelle der meisten jodreichen Lebensmittel, einschließlich Meeresfrüchte und Algen. Garnelen und andere Meeresfrüchte haben einen hohen Jodgehalt, da sie einen Teil des Jods aufnehmen, das natürlicherweise im Meerwasser vorhanden ist. Auch Thunfisch, Lachs, Sardinen und Hummer enthalten viel Jod uns sollten daher bei Schilddrüsenüberfunktion gemieden werden. Auch Seegras, das in vielen asiatischen Gerichten wie Sushi verwendet wird hat einen hohen Jodgehalt.

Was sind die Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion?

Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion

Hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen können eine übermäßig hohe Stoffwechselrate verursachen. Dies wird als hypermetabolischer Zustand bezeichnet. In einem hypermetabolischen Zustand können eine schnelle Herzfrequenz, ein erhöhter Blutdruck und Handzittern auftreten.

Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion können auch viel schwitzen und eine geringe Hitzetoleranz entwickeln. Hyperthyreose kann außerdem häufigen Stuhlgang, Gewichtsverlust und bei Frauen unregelmäßige Menstruationszyklen verursachen.

Andere Symptome einer Hyperthyreose sind gesteigerter Appetit, Nervosität, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schwäche, unregelmäßiger Herzschlag, Schlafstörungen, feines, brüchiges Haar, Juckreiz, Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Brustentwicklung bei Männern. Die Schilddrüse selbst kann sichtbar zu einem Kropf anschwellen, der entweder symmetrisch oder einseitig sein kann.

Fazit

Die Schilddrüsenüberfunktion ist durch eine übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormon gekennzeichnet. Die Symptome einer Hyperthyreose variieren dabei von Patient zu Patient. Eine übermäßige Jodaufnahme über die Nahrung und die Verwendung von jodreichen Medikamenten können zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen und bestehende Symptome verschlimmern.

Patienten mit leichten bis mittelschweren Erkrankungen können davon profitieren, Lebensmittel zu meiden, die hohe Jodkonzentrationen enthalten, wie Milchprodukte, Jodsalz, Fisch und Schalentiere sowie Geflügelprodukte.