Schilddrüsenüberfunktion – Symptome, Ursachen, Behandlung

Schilddrüsenüberfunktion – Symptome, Ursachen, Behandlung

13. März 2020 0 Von Jonas Baumgärtner

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion bildet die Schilddrüse zu viele Hormone und läuft auf Hochtouren. Der medizinische Fachbegriff für diese Erkrankung lautet “Hyperthyreose”. Schilddrüsenhormone erledigen zahlreiche Aufgaben für uns – deshalb können die Symptome einer Überfunktion auch sehr vielfältig sein.

Anzeichen wie Gewichtsabnahme und gesteigerte Aktivität werden anfangs oft noch als angenehm empfunden. Langfristig stehen jedoch unangenehme Beschwerden im Vordergrund. Die Symptome können sowohl in einem schleichenden Prozess als auch sehr abrupt auftreten.

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Die Schilddrüse besteht aus zwei Lappen und ist die größte Hormondrüse des Körpers. Sie ist vorwiegend für die Produktion der Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) verantwortlich. T3 und T4 beeinflussen zahlreiche Stoffwechselprozesse im menschlichen Organismus.

Außerdem wirken sich die Hormone auf Wachstum und Entwicklung aus. Bei einer sogenannten Hyperthyreose werden diese Schilddrüsenhormone zu oft gebildet. Aufgrund des Überangebots an T3 und T4 laufen unterschiedliche Stoffwechselprozesse in einer erhöhten Geschwindigkeit ab.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenüberfunktion Symptome

Von den Schilddrüsenhormonen beeinflusste Stoffwechselprozesse laufen bei einer Überfunktion auf Hochtouren und führen zu vielfältigen Beschwerden. Besonders häufig berichten Betroffene von einer allgemeinen Unruhe, Nervosität, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Eine Überfunktion verursacht auch oft einen beschleunigten Herzschlag und Herz-Kreislaufprobleme.

Obwohl die Betroffenen mehr essen, nehmen sie dennoch ab. Weitere häufige Symptome im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion sind häufiger Stuhlgang, starkes Schwitzen sowie Wärmeempfindlichkeit. Weitere Anzeichen können Haarausfall, brüchige Nägel, Krämpfe, Zittern, Zyklusstörungen oder Osteoporose sein.

Sind die Ursachen durch Morbus Basedow bedingt, kommen zu bereits genannten Symptomen auch noch Probleme mit den Augen hinzu. Das äußert sich zum Beispiel durch ein Druckgefühl hinter den Augen bzw. werden die Augen als Fremdkörper wahrgenommen. Weitere Symptome sind vermehrtes Tränen, Sehstörungen, Doppelbilder, Lichtscheu und hervortretende Augäpfel.

Was sind die Ursachen?

Verschiedene Erkrankungen können zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Besonders häufig wird Hyperthyreose durch Morbus Basedow oder eine Schilddrüsenautonomie verursacht. Doch auch eine Schwangerschaft oder Tumore können für die Überfunktion der Schilddrüse verantwortlich sein.

Morbus Basedow

Die Basedowsche Erkrankung tritt häufig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und scheint durch genetische Veranlagung bedingt zu sein. Doch auch Stress und Rauchen können die Krankheit begünstigen. Bei dieser Autoimmunerkrankung produziert das Immunsystem Abwehrstoffe, die “irrtümlich” das eigene Gewebe angreifen.

Dabei wird hauptsächlich die Schilddrüse angegriffen und infolgedessen werden die Schilddrüsenzellen dazu angeregt, vermehrt Schilddrüsenhormone zu bilden. Die meisten Patienten mit Morbus Basedow leiden an Herzrasen, einer vergrößerten Schilddrüse sowie hervortretenden Augäpfeln.

Schilddrüsenautonomie

Bei älteren Menschen stellt die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion die sogenannte Schilddrüsenautonomie dar. In der Hirnanhangsdrüse wird das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) gebildet.

Dieses kontrolliert die Produktion der Schilddrüsenhormone und passt sie dem körperlichen Bedarf an. Teile der Schilddrüse entziehen sich bei einer Schilddrüsenautonomie jedoch dieser Steuerung durch TSH. Dies führt dazu, dass die autonomen Teile der Schilddrüse, selbstständig Hormone bilden.

Schwangerschaft

Schilddrüsenüberfunktion Ursachen

Eine Schwangerschaft ist eine große Umstellung für den Körper und geht mit zahlreichen hormonellen Veränderungen einher. Die Schilddrüse passt sich ebenfalls der neuen Situation an. Milde, schwangerschaftsbedingte Schilddrüsenüberfunktionen kommen häufiger vor und normalisieren sich im Verlauf der Schwangerschaft oft von selbst.

Eine manifeste Überfunktion kann jedoch schwerwiegende Auswirkungen wie Fehlgeburten, Frühgeburten oder Missbildungen zur Folge haben. Ursachen für eine Hyperthyreose in der Schwangerschaft sind meistens eine funktionelle Autonomie oder die Basedowsche Krankheit.

Andere Ursachen

Verschiedene andere Erkrankungen kommen ebenfalls als Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion in Frage. So kann beispielsweise auch ein seltener, bösartiger Tumor zu einer vermehrten Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 führen.

Schilddrüsenkrebs wird meist durch Zufall im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt, da der Tumor sich meist unbemerkt in umliegendes Gewebe ausbreitet. Es gibt vier verschiedene Typen von Schilddrüsenkrebs, die bei adäquater Behandlung jedoch gute Heilungschancen versprechen.

Manche Patienten haben auch eine genetische Veranlagung zur Überfunktion. Nehmen diese Menschen über einen längeren Zeitraum hinweg große Mengen Jod zu sich, kann dadurch eine Schilddrüsenüberfunktion entstehen. Circa 15% aller Schilddrüsenüberfunktionen sind auf zu große Mengen Jod zurückzuführen.

Jodhaltige Arzneien oder Nahrungsmittel wie Meeresalgen können die Ursache dafür sein. Wer an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet und infolgedessen eine hoch dosierte Therapie mit Schilddrüsenhormonen erhält, kann ebenfalls nach einer gewissen Zeit eine Schilddrüsenüberfunktion entwickeln. Die Ursachen können also sehr vielfältig sein und müssen unbedingt im Rahmen der Diagnose abgeklärt werden.

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert?

Im Rahmen einer Anamnese erhält der der Arzt / die Ärztin erste Hinweise auf eine Schilddrüsenüberfunktion. Im Rahmen dieser Erhebung werden Krankheitsgeschichte und Symptome abgeklärt. Darüber hinaus findet eine körperliche Untersuchung statt, die weitere wichtige Hinweise liefern kann.

Dadurch kann beispielsweise ein zu schneller Herzschlag oder eine Vergrößerung der Schilddrüse festgestellt werden. Auch verringerte TSH-Werte deuten auf eine Hyperthyreose hin. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sinken die Werte zunächst nämlich, bevor sie später ansteigen. Wenn eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wird, ist es auch unbedingt notwendig, die zugrundeliegende Erkrankung zu diagnostizieren.

Therapie und Behandlung

Schilddrüsenüberfunktion Therapie Behandlung

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion. Meist kommt eine medikamentöse Behandlung zum Einsatz, welche die Produktion der Hormone beeinflussen. Durch sogenannte “Thyreostatika” wird die Produktion von T3 und T4 gedrosselt oder blockiert. Diese Präparate sind in der Lage bestimmte Enzyme zu hemmen.

In den ersten Wochen der medikamentösen Therapie können Nebenwirkungen wie Magen-Darm- Probleme oder allergische Hautreaktionen auftreten. Schwere Nebenwirkungen wie Leberschädigungen oder ein Abfall der weißen Blutkörperchen sind gefährlich aber selten. Sollten die Medikamente nicht wirken, gibt es auch noch die Möglichkeit einer Operation.

Dabei wird das gesamte geschädigte Gewebe entfernt und die umgebenden Strukturen werden geschont. Eine dritte Option für Betroffene ist die Radiojodtherapie. Dabei wird Patienten radioaktives Jod in Form einer Kapsel verabreicht. Das Medikament zertört jene Schilddrüsenzellen, deren Hormonproduktion gesteigert ist.

Fazit

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion läuft die Hormonproduktion auf Hochtouren. Die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) werden vermehrt gebildet. Diese beiden Hormone beeinflussen zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper und ein Überschuss führt zu einer erhöhten Geschwindigkeit dieser Prozesse.

Mögliche Anzeichen für eine Hyperthyreose sind Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Herzrasen, starkes Schwitzen, vermehrter Stuhlgang und Wärmeempfindlichkeit. Zu den häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion zählen die Basedowsche Krankheit sowie die funktionelle Autonomie.

Im Rahmen einer Anamnese und körperlichen Untersuchung diagnostiziert der Arzt / die Ärztin eine Überfunktion. Mithilfe von Medikamenten, einer Operation oder einer Radiojodtherapie kann eine Überfunktion der Schilddrüse behandelt werden.