Regeln der SD-Selbsthilfegruppe Augsburg
Nachdem ich mich getraut habe diese Gruppe ins Leben zu rufen, trauen Sie sich auch und kommen Sie vorbei!
Ich sage Ihnen hier gleich vorab welche Grundsätze für diese Treffen bestehen, damit Sie entscheiden können, ob Sie kommen wollen oder nicht.
Es ist mir persönlich wichtig, die Grundsätze offen darzulegen
Grundsätze
- Jeder der zu der Gruppe kommt, ist gleichermaßen willkommen und wichtig!
- Es gibt keine Unterscheidung des sozialen und des finanziellen Standes, der Religion, der Hautfarbe, der sexuellen Orientierung(Homosexualtät)
- Es gibt kein "Ich bin schöner, besser, wichtiger, toller" ect.
- Toleranz und Achtung vor dem anderen ist oberstes Gebot!
- Rassismus wird nicht toleriert, in keinster Weise!
- Jeder ist für sich selbst verantwortlich und kann frei entscheiden
- Die Gruppe ist offen, das bedeutet es können zu jedem Treffen neue Personen kommen
- Es ist nicht Pflicht jedes Treffen wahrzunehmen ....wäre aber schön, wenn Sie's tun :-).
Ab dem 18 Mai 2009:
Vier Tage vor dem jeweils nächsten Gruppentreffen müssen Sie sich telefonisch, oder per Email bei mir melden, ob Sie daran teilnehmen möchten.
Das hat den Sinn das ich weiß, wieviele Personen von den bisherigen Gruppenmitgliedern kommen.
Denn das ist zum einen die häufigste Frage der Neueinsteiger und zum anderen weiß ich dann wie lange ich vor Ort warte.
Die bisherigen Mitglieder haben meine Telefonnummer über die sie mich erreichen können, Ihr könnt mir auch eine Email schicken.
Neueinsteiger haben die Telefonnummer der Kontaktstelle über die sie mich erreichen können, oder auch per Email.
- Sind Sie erkältet, oder haben eine andere ansteckende Erkrankung selbst, oder in Ihrem Haushalt, bleiben Sie bitte zuhause!
Die Gefahr der Ansteckung ist zu hoch für die anderen - und mir selbst kann es blühen, das ich dann deswegen stationär muß, weil mir der
Stofwechsel flöten geht. Das möchte ich nicht.
- Getränke und Essen müssen Sie sich selbst mitnehmen
- Während des Gruppentreffen darf gegessen und getrunken werden, weil SD-Patienten oft Beschwerden haben, die das nötig machen, wie z.B.
chronisch trockene Schleimhäute, Unterzuckerung, reizbare Magenschleimhaut, innere Unruhe ect.
Außerdem sind wir Erwachsene und aus dem Schulkindalter draußen!
- Bedenken Sie das wir alle, wie wir dort sitzen werden, krank sind und Beschwerden haben. Also haben wir gute und schlechte Tage
- Stellen Sie keine zu hohen Erwartungen an sich selbst und an andere, erwarten Sie keine Wunder, oder Überfliegeraktionen.
All das würde Sie frustrieren. Gut Ding will Weile haben - eine Wohnungseinrichtung hat man auch nicht in einem Tag aufgestellt.
- Lassen Sie sich Zeit, wir sind nicht auf der Jagd :-) - Aber wir wollen uns nicht länger von unserer Krankheit jagen lassen!
- Machen Sie sich bewußt, das Personen denen es SD-technisch wieder gut geht, die Treffen dann wohl weniger aufsuchen werden.
Denn die hat das Leben wieder. Sind Sie nicht böse deswegen, sondern freuen Sie sich, das es wieder einer geschafft hat.
Es gibt eine sogenannte Grundsatzliste für gruppendynamische Aspekte, die einem zum gutem Gelingen und Auskommen der Gruppenbesucher
nahegelegt werden. Man kann es auch einfacher benennen, nämlich: Gutes Benehmen. Ich bin mir sicher das Sie das alle haben!
Ich zähle die Aspekte hier auf und erläutere sie auf die SD bezogen, falls nötig.
Gruppendynamische Aspekte
- Was in der Gruppe gesprochen wird, bleibt auch innerhalb dieser Räume und wird nicht weitererzählt
- Jeder ist für sich selber verantwortlich. - Wer das aufgrund seiner Beschwerden momentan nicht kann, z.B. bei starker UF, soll
einfach sagen das er's heute nicht kann
- Was jeder Einzelne denkt und fühlt, sollte er mit "Ich" formulieren, sofern er es kundtun möchte. "Man" und "Wir" ist nicht tabu,
wenn es generell um Therapieformen, Arztbesuchen und um das Beschreiben des Krankheitsbildes generell geht
- Es besteht kein Zwang zum Sprechen
- Ich laß andere ausreden und höre konzentriert zu - Jahaaa da lachen Sie nun evtl, wenn Sie "konzentriert zuhören" lesen
und das zu Recht!
Allen SD-Kranken ist gemein, daß sie Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit haben, das ist eines der vielen Symptome.
Also wenn Ihnen der Kopf rauscht und die Konzentration mal wieder nicht so will wie Sie, kein Problem. Sie sind hier ja nicht zum Diktat :-)
- Störungen haben Vorrang - Sie dürfen jederzeit sagen, was Sie stört
- Ich frage andere nicht aus - Nun ja der Satz ist sehr zwiespältig, denn sicherlich fragt man Gleichgesinnte eben sehr wohl etwas
über sie. Aber achten Sie darauf das die Fragen den anderen nicht überfordern. Wenn es Ihnen zuviel wird, sagen Sie Stop!
- Ich achte auf meine Körperhaltung: Bei SD -Erkrankten ein Witz! Denn aufgrund Ihrer Symptome nehmen sie unwillkürlich Haltungen ein,
die die Beschwerden erleichtern sollen.
Wer in einer UF ist wird damit beschäftigt sein, das er sich überhaupt auf dem Stuhl gerade halten kann.
Wer in der ÜF ist, ist genug damit beschäftigt, das er es hinkriegt, daß es ihn überhaupt auf dem Stuhl hält.
- Sprecht Eure Wünsche und Hoffnungen offen aus! Auch Eure Trauer und Sorgen. Denn niemand kann riechen, wies dem anderen geht.
- Interpretieren Sie nicht - sagt sich so leicht ;-) . Wenn Sie das machen, dann fragen sie beim Betroffenen nach: Verstehe ich richtig, daß.....
- Vermeiden Sie Seitengespräche. Das stört die Konzentration.
Zum Schluß noch folgendes:
Ich selbst bin schwer chronisch erkrankt, nicht nur an der SD (siehe mein Erfahrungsbericht), darum
kann und darf ich nur in Begleitung meines Ehemannes, vor die Tür. Mein Goldschatz wird also mit bei den Treffen sein.
Es kommt häufig vor, das ich eine Tetanie (calciumbedingter Krampfanfall) bekomme, verfallen Sie nicht in Panik!
Mein Mann und ich sind ein eingespieltes Team, er versorgt mich.
Aufgrund meiner Erkrankungen kommt es häufig vor das ich extremst verlangsamt bin in Sprache, Bewegung und Denken.
Ich spreche dann Telegrammstil, habe eine falsche Grammatik und meine Stimme ändert sich in bezug auf Lautstärke und Intonation.
Tritt dies auf, so beziehen Sie die Art wie ich etwas sage nicht auf sich, hören sie dann nur auf das was ich sage,
sofern ich es noch artikulieren kann.
Da mein Krankheitsbild starke Tagesschankungen im Befinden mit sich bringt, kann es sein, das ich nicht zu jedem Treffen kann.
Sofern ich kriechen kann, werde ich kommen, aber gewiß kann ich es nie vorab sagen.
Denn ich gehe aus dem Haus steh vor der Eingangstür zum Treffen und krampfe beispielsweise so gewaltig, das ich wieder heim muß.
Ich wäre deswegen sehr froh darum, wenn Sie sich auch ohne meine Wenigkeit treffen können /oder mich jemand vertreten kann.
So ich hoffe ich habe Sie nicht erschreckt oder überfordert. Ich mach das zum erstem Mal und werde sehen, wie es sich entwickelt,
für Lob und Verbesserungsvorschläge bin ich wie immer offen.
Ihre Natascha