Entstehung von SD-Hormonen

Die SD enthält viele winzig kleine kugelförmige Follikel (= Bläschen), deren einzelne Zellen die zwei jodhaltigen Hormone Thyroxin auch Tetrajodthyronin = t4 genannt, und Thrijodthyronin = t3 bilden.
Die genaue Bezeichnung der beiden Hormone leitet sich unter anderem von der chemischen Struktur ab, die sie besitzen.

T3 und t4 werden im Follikel gespeichert, dabei sind sie an das Thyreoglobulin gebunden – das ist sozusagen in der SD unter anderem ihr Ankerplatz.
So und nun müssen wir einen kleinen Abstecher in die Biochemie machen, um zu begreifen, was da in unserer SD, normalerweise passiert.

SD-Hormonsynthese

Das müssen Sie sich wahrscheinlich des öfteren in Ruhe durchlesen, sorgen Sie sich deswegen nicht.
Selbst die Medizinstudenten treibt diese Thema des öfteren an den Rand des Wahns.

Um SD Hormone herzustellen benötigt der Körper Jod.
Nun stellen wir uns einen einzelnen SD-Follikel vor und spielen das mal durch:

Der Follikel hat drei Stationen: eine Blutkapillare, ein Thyreozyt(=Name einer SD-Zelle) und das sogenannte Kolloid.

Die SD-Zelle nimmt das Jod als einzelnes negativ geladenes Jodion (= elekrisch geladenes Stoffteilchen) aus dem Blut auf.
Das geschieht direkt an der Schranke Blutgefäß zur Zellwand.
Dabei bedient sie sich zum Einschleusen mit einem Transportmittel, das den wichtig klingenden Namen 2Na-I-Symport-Carrier hat.
Es ist einfach der Bus der das Jodion von der Haltestelle „Follikel Vorstadt Blut-Zellschranke“ zur Haltestelle „SD-Zelle-Mitte“ bringt.

In der „Mitte“ = Thyreozyt, befinden sich viele, winzige, überlebenswichtige, Zellbauteile (u.a.Ribosom, Golgiapparat, ER)und Substanzen (u.a. Kohlenhydrate, Peptide , Aminosären ect).

Unter anderem befindet sich in der SD-Zelle eine Ansammlung von Jodionen, den man Jod-Pool nennt, denn die SD -Zelle hat eine Sammelleidenschaft für Jod.

Steigt nun das Jodteilchen aus dem Bus, so wird es sogleich verwöhnt und darf im Jod-Pool baden, bildlich gesprochen. Nach dem Bad geht das einzelne Teilchen um ein ca 25 faches mehr mit Jod angereichert heraus.
Nun, aus dem Jod-Pool wird ständig Jod entnommen, das geschieht mit der sogenannten Thyreoperoxidase =TPO.
Sie macht das negativ geladene Jodion, das „schlecht gelaunt ist“ zu einem neutralen „ausgeglichenen „Ion.
Kein Wunder bei dem herrlichen Bade im Jod-Pool!

Dieses neutrale gutgelaunte Teilchen reagiert nun mit einem Rest des bereits genannten Thyreoglobulin.

Den Rest nennt man Tyrosylrest. Dieser Rest wird mithife der Jodierung (= Anreicherung mit Jod) nun in zwei unterschiedliche Reste umgewandelt.

Die eine Form nennt sich Monojod-tyrosyl-Rest = MIT. Die Bezeichnung sag, daß an dem Rest nur 1 Jodion angenommen wurde.
Die andere Form nennt sich Dijod-tyrosyl-Rest = DIT. Hier hat der Rest 2 Jodionen angenommen.
Durch das TSH wird die Umwandlung der Reste-Synthese gefördert.

So und nun ist es den einzelnen MIT's und DIT's langweilig und so einsam ums Herz herum.
Darum beschließen sie Verbindungen fürs Leben einzugehen.

Dabei kommen diese zwei Konstellationen zustande:
Ein MIT verliebt sich in ein DIT – daraus entsteht die wunderbare Verbindung des Trijodthyronil-Rest. Dieser Rest hat 3 Jodionen „-Kinder“ = Trijod.

Oder aber ein DIT verliebt sich ebenfalls in ein DIT - daraus entsteht die liebevolle Verbindung des Tetrajodthyronil-Rest. Dieser Rest hat 4 Jodionen“-Kinder“ = Tertajod.

Die beiden zuletzt genannten Reste sind die Speicherform von t3 und t4 im Kolloid der SD, die sich dank des Ankers Thyreoglobulin, dort heimisch fühlen.

Und wo kommt eigentlich das Thyreoglobulin her?
Ganz einfach es wird in der SD-Zelle aus Kohlenhydraten, Peptiden und Aminosäure zusammengebastelt.

T3 und T4 Transport innerhalb des SD-Follikels

Soll nun t3 und t4 in die Blutbahn gelangen, geschieht folgendes:

TSH regt generell die Ausschüttung von t3 und t4 an.
Also TSH klopft an und gibt die Bestellung t3 & t4 auf.
Nun wird im Kolloid des SD-Follikels der Anker Thyreoglobulin gelöst und die Trijodthyronil - Reste & Tetrajodthyronil-Reste = MITs & DITs, gehen mit dem gelichtete Anker auf die Reise vom Kolloid, zum Tyreozyt = „Station SD-Zelle-Mitte“.

Kaum dort angekommen haben die einzelnen Reste, samt ihrer Anker,(= Vesikel) ein Stelldichein mit Lysosomen.
Bei diesem Treffen wird der Komplex in das Thyreoglobulin und t4= Tetrajodthyroxin & t3= Trijodthyronin aufgespalten.
T3 und t4 werden ins Blut abgegeben, gleichzeitig entstehen wieder freie Thyrosyl-Reste, weil die MITs und DITs ihre Jodionen hergeben.
Diese freien Jodionen gehen dann wiederum zum Jod-Pool und warten auf Neuankömmlinge.
Und so schließt sich der Kreis.

T3 und T4 Transport im Blut

T3 & t4 sind nun also aktiviert worden und in der Blutbahn:
Um vorwärts zu kommen benötigen sie, wie kann es anders sein, einen Transporter. Faule Teilchen sind unsere t3 & t4.

Ihre Transportmittel im Blut sind das TBG = Thyroxinbindendes Globulin es übernimmt den Haupteil der Passagiere.
TBPA =thyroxinbindendes Primäralbumin & Seumalbumin übernehmen das restliche Drittel.
Diese Transporter sind überwiegend für das t4 da.

Wirksamkeit von T3 & T4

T3 ist 3-10 fach wirksamer als t4, es wirkt viel schneller.
T3 hat eine Halbwertszeit von ca. einem Tag, t4 hat eine Halbwertszeit von ca. sieben Tagen.

Das im Blut vorhandene t3 stammt zu ca. 20 % aus der SD, die restlichen 80% werden in der Leber, der Niere, sowie allen Zielzellen durch Jodabspaltung von t4 hergestellt.

Es gibt noch eine besondere Form des t3 es nennt sich reverse t3 = rt3, das ist die inaktive Form des t3.
Im Regelfall werden gleich viel t3 und rt3 im Körper gebildet, beim Fasten ist jedoch die Bildung von t3 erniedrigt und die von rt3 erhöht.
Aber das bezieht sich auf die Bildungsorte in der Peripherie des Körpers.

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