Schilddrüsen-Operation

Bekanntes Szenario:
Ein Menschlein geht zum Arzt weil es sich krank fühlt. Es bekommt wenn alles glatt läuft, eine schnelle und gute Diagnostik und eine richtige Diagnose.
Mit der Diagnose einer SD-Erkrankung wird dem Menschlein evtl. zur OP geraten..... und schon ist das Menschlein ein SD-Erkrankter, ein Betroffener, ein Patient...ein Mensch der sich im Regelfall ersteinmal völlig vor den Kopf gestoßen fühlt und mit der Diagnose und der anstehenden OP überfordert ist.

Warum? - Ja weil sich kaum einer Gedanken darüber gemacht hat wie sich das Menschlein fühlt und was es überhaupt für ein Vorwissen in bezug auf Krankheit und OP hat.
Deswegen hat auch keiner dem Menschlein gesagt was da nun auf ihn zukommt und das Menschlein fühlt sich verängstigt.

Damit Sie sich vom Menschlein zum Mensch und gut informierten Patienten emporschwingen können, habe ich Ihnen hier aufgeschrieben was alles wichtig zu wissen ist, wenn es um eine SD-OP geht.

Vorbereitung zur SD-OP:

Sie benötigen folgendes vor dem stationären Aufenthalt zur SD-OP

In der Klinik angekommen:

Atmen Sie als erstes tief durch und bewahren Sie Ihre Nerven, dann bringen Sie die Anmeldung in der Aufnahme im Krankenhaus hinter sich. :-)
Auf Station läuft es im Regelfall so ab:

Op-Tag Vorbereitung:

Genießen Sie wenn vorhanden eine ausgiebige Dusche, denn für die nächsten 14 Tage dürfen Sie nicht mehr duschen.

Im Op-Bereich:

Zuerst werden Sie einen recht kahlen Raum und lauter vermummte, eilig hin und her tappelnde Gestalten die sich unterhalten sehen. Das ist das OP Personal

Sie werden von ein oder zwei netten, lieben OP-Schwestern/pflegern in den OP Bereich geschleust.
Da haben die meisten Patienten ein mulmiges Gefühl. Sie brauchen als Patient gar nichts zu machen außer ruhig liegen zu bleiben. Die Decke wird Ihnen weggenommen und Sie bekommen eine mollig, kuschlig, angewärmte dünne Decke.

Dann ruft auch schon die Schwester/ der Pfleger: " So jetzt wird das Kopfteil flach gemacht und jetzt bitte nicht bewegen, ich hol' Sie zu mir rüber. Unter Sie fährt jetzt ein Brett, es kann gar nichts passieren, kommen Sie in meine Arme."
Machen Sie was das Pflegepersonal sagt, es kann wirklich nichts schief gehen.

Auf der anderen Seite des Rollbretts, steht die OP-Liege und Sie werden mittels des Rollbrettes von Ihrem Bett auf die OP-Liege transportiert.

Sollten Ihnen jetzt schon die Tränen runterkullern, oder Sie einen Kloß im Hals haben so schämen Sie sich nicht dafür.
Ich kenne keinen einzigen Patient der kein mulmiges Gefühl hatte beim Einschleusen, denn alle wissen "Jetzt geht's los".
Sie können ruhig dem Personal sagen was sie bedrückt, denn das OP Personal ist ein ganz liebes Volk, sie wissen um die Ängste der Patienten und versuchen den Patient mit netten Worten, kleinen Witzen oder einfach Händchen -Halten zu beruhigen.

Nehmen Sie das an, es hilft.

So Sie sind jetzt auf der Liege und werden in den Vorraum des OPs, oder in den OP selbst geschoben.
Nun kommen zwei Mundschutz-verschönerte Personen auf sie zu. Die eine ist die OP-Schwester/der OP-Pfleger, die andere Ihr Narkosearzt.

Er begrüßt Sie, fragt ob alles ok ist, hält auch Händchen wenn Sie es wünschen und setzt Ihnen die Narkose.
Das heißt Sie bekommen in Ihre Nadel etwas gespritzt, dabei können Sie ein kaltes Gefühl der Arm-Vene entlang haben, das ist normal. Während des Spritzens zählen Sie noch bis drei und dann sind Sie im Land der Träume.

OP & Aufwachraum:

Jetzt erfolgt die Intubation und Beatmung, das legen eines Dauerkatheders, die Operation, und die Narkoseausleitung.
Danach kommen Sie in einen Aufwachraum, in dem Sie engmaschigst überwacht werden und hochwirksame Schmerzmittel per Infusion erhalten.

Im Schnitt dauert eine SD-OP 1,5 - 2 Stunden. Nach dem Aufwachraum kommen Sie am gleichen Tag wieder auf Ihre Station.

Wieder auf Station:

Auf Station angekommen sind Sie nach wie vor sehr müde und schlafen viel.
Sie haben einen Urinkatheder, also einen Schlauch in der Blase durch den der Urin in einen Beutel ablaufen kann. Das muß während der OP so gemacht werden da ja alle Körperfunktionen lahm gelegt werden und Sie nach der OP noch nicht gleich aufstehen können

Des weiteren haben Sie eine, oder zwei Drainagen = Schläuche durch die das Blut aus dem OP-Gebiet ablaufen kann.
Natürlich haben Sie weiterhin Ihre Nadel liegen und bekommen Infusionen mit Schmerzmitteln.

Der zierende Verband am Hals und ein Sandsäckchen darauf zeigen Ihnen: " Jawohl ich hab die OP gut überstanden"

Nach sechs Stunden nach OP dürfen Sie trinken und stehen auch zum ersten Mal mit Hilfe vom Pflegepersonal auf.
Bitte stehen Sie am OP-Tag und in der Früh des ersten Tag nach OP niemals alleine auf!
Das Risiko das Sie kollabieren und umfallen ist zu hoch!

Sollten Sie ein Kribbeln im Mund, den Lippen, Fingern, Händen, Armen und/oder Beinen merken, bitte geben Sie dem Pflegepersonal bescheid.
Es ist ein Anzeichen für Calciummangel der nach OP kurzfristig auftreten kann. Sie müssen dann Calcium zugeführt bekommen.

Am ersten Tag nach OP dürfen Sie bereits essen und der Blasenkatheder wird entfernt.
Die Drainagen werden im Regelfall am 2-3 Tag nach Operation entfernt un des folgt ein Verbandswechsel.
Bereits am 4 Tag gehen Sie nachhause.

Die Fäden werden nach ca 10 - 14 Tagen von Ihrem Hausarzt gezogen

Worauf müssen Sie nach OP & zuhause achten?:

Im Schnitt brauchen Sie bei einer gut verlaufenden OP ca 4 -6 Wochen bis Sie wieder auf den Beinen sind.
Die Hormoneinstellung dauert ca ein halbes Jahr.

Wörterbuch

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