I. Psyche und Krankheitsverständnis bei Freunden und in der Familie

Ein Schilddrüsen-Patient kann verschiedenste Arten von Störungen haben und diese auch den den unterschiedlichsten Ausprägungen bzw. Schweregraden. Manchmal ist das normale Leben unterbrochen durch Krankheitsphasen und der Kranke zieht sich zurück von seinem Umfeld.
Dies führt oft zu Unverständnis oder zu Missverständnissen bei Freunden und Verwandten, die sich manchmal zurückziehen, weil sie das Verhalten auf sich beziehen oder weil sie nicht wissen, wie sie mit dem Erkrankten umgehen sollen.
So kommt es erschwerend hinzu, dass der Patient in die soziale Isolation gerät. Und das genau ist falsch.

Gerade bei psychischen Beschwerden wie Depression und Angst ist ein stabiles soziales Umfeld sehr wichtig. Und in jeder Therapie wird der Aufbau eines sozialen Umfeldes gefördert und angestrebt.
Wichtig ist, dass der Kranke sein Umfeld miteinbezieht. Er soll erklären, was ihm fehlt, wie schlecht es ihm geht und warum oder dass sein Rückzug nicht mit dem Partner zusammenhängt. Und er sollte zeigen, dass er bereit ist, Hilfe anzunehmen.

Offenheit und Information sind der beste Weg mit einer Krankheit umzugehen. Der Patient sollte sich Informationen besorgen und diese auch an sein Umfeld weitergeben. Wenn die Angehörigen unter der Krankheit selbst zu leiden beginnen, dann kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe temporär hinzuzuziehen.

Krankheitsverständnis der behandelnden Ärzte

Es passiert noch recht häufig, dass Schilddrüsen-Patienten vor der Diagnose in "der Psychiatrie landen". Viele werden zum Therapeuten geschickt und die Symptome mit Psychopharmaka gemildert.

Allgemeine Ärzte wissen zu wenig über die Schilddrüse, wenn sie nicht eine Facharztausbildung gemacht haben. Oftmals fehlt ihnen auch die Zeit (und die Lust?) sich eingehend mit den Patienten auseinanderzusetzen.

Das ist ein Problem des Gesundheitssystems in Deutschland. Und mit Lehrbuchwissen alleine ist der Arzt bei Schilddrüsen-Problemen überfordert.
Das ist ganz klar auf der Hand, denn die Symptome sind oft nicht klar, nicht klar abgrenzbar, verwischt und mit anderen Krankheiten ähnlich. Ist der Patient einfach nur alt und müde aufgrund seines Alters oder wegen einer Hypothyreose?
Ist die Frau in den Wechseljahren oder schwitzt sie wegen der Hyperthyreose?
Oft wird an einen anderen Arzt verwiesen und nicht näher nachgesehen.

In dem Fall soll sich der Patient nicht scheuen, zu einem Spezialisten (Endokrinologen oder Radiologen) zu gehen. Er sollte auch nicht zum nächstbesten Arzt gehen, sondern sich erkundigen nach anderen Erfahrungen. So kann ein oft jahrelanger Leidensweg verkürzt oder erspart bleiben.

Erfahrungsbericht über den Umgang eines Internisten mit einer Verdachtsdiagnose und dem daraus resultierendem Seelenleben der Betroffenen

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