Psyche als Krankheitsauslöser
Stress kann zu einem Ungleichgewicht im Organismus führen. Die in der Stresssituation ausgeschütteten Hormone können das Immunsystem schwächen, so dass es seinen Selbstschutz verliert.
Stress als einzige Ursache für Schilddrüsenerkrankungen ist nicht ausreichend. Es sind auch Umwelteinflüssen (Jodmangelgebiet) ausschlaggebend.
Das Individuum hat auch eine genetische Disposition für SD-Erkrankungen, das heißt, der Organismus ist von Geburt an vorbelastet und SD-Erkrankungen finden sich auch bei anderen Familienmitgliedern.
Es handelt sich also um eine multifaktorielle Genese, es bedarf also Stress und einiger andere Faktoren, die dann gemeinsam die Erkrankung zum Ausbruch bringen.
Jeder Mensch reagiert anders auf Stress und empfindet unterschiedliche Situationen als Stress. Auch er Pegel, ab wann etwas als Stress empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Eines wurde aber festgestellt: In Kriegszeiten traten vermehrt SD-Erkrankungen auf - und - in dieser Zeit wurden auch mehr Männer davon betroffen. Man sagt, dass in Gefangenenlagern zum Beispiel Morbus Basedow um ein Vierfaches höher lag als bei Nichtinhaftierten.
Es kommen hier die Faktoren der schlechten Ernährung während Kriegszeiten im Allgemeinen und im Gefangenenlager insbesondere und der Stress durch die lebensbedrohliche Situation zusammen. (Quelle: Dr. L. Brakebusch und Prof. Dr. A. E. Heufelder "Leben mit Morbus Basedow" und deren Internetseite)
Unter Stressfaktoren kann man folgendes zählen:
Solche Ereignisse wirken auf den Organismus indem sie das endokrinologische Gleichgewicht durcheinander bringen. Eine Fehlregulation des Immunsystems bietet Krankheiten einen guten Nährboden.
Es kam auch die Fragestellung auf, ob Menschen, die eine SD-Erkrankung bekommen gewisse Persönlichkeitsstrukturen vorher schon aufweisen. So zum Beispiel geringer Selbstwert, stärkere Ängstlichkeit, Neigung zur Depression.
(Diese Sichtweise ist umstritten und ich schließe mich auch nicht an aber wir stellen sie der Vollständigkeit halber mit dar.)
Kommt dann eine SD-Erkrankung zum Ausbruch, so spürt der Erkrankte meist die Persönlichkeitsveränderungen stärker, er wird z.b. ängstlicher, leidet unter nervöser Unruhe oder wird lethargischer. Wenn dann eine SD-Störung diagnostiziert ist, kann der Erkrankte wenigstens die psychischen Veränderungen den hormonellen Schüben oder Störungen zuordnen und muss nicht länger an sich oder seiner Psyche zweifeln.
Als Zusammenfassung lässt sich sagen, dass das Vermeiden oder die Reduktion von Stress in jedem Fall bei SD-Erkrankungen sinnvoll ist. Da sich das im Alltag meist nicht umsetzen lässt, sollten entsprechende Coping-Strategien (Bewältigungsmassnahmen) erlernt werden.
Eine unterstützende Psychotherapie ist manchmal hilfreich. Es kann erlernt werden, Stress rechtzeitig wahrzunehmen und durch Entspannungstechniken o.ä. rechtzeitig gegenzusteuern oder Bewältigungsressourcen auszubauen.