Psyche und Hormone
So klein das Organ Schilddrüse auch sein mag, so groß ist doch sein Einfluss auf den Körper. Die dort produzierten Hormone beeinflussen nicht nur organische Vorgänge wie Herz, Kreislauf, Verdauung, Wachstum, Haut, Haare…, sondern wirken auch direkt auf die Psyche.
Beim einen mehr beim anderen weniger (Anmerk. Webmasterin)
Es ist in unserer Gesellschaft bekannt, dass Frauen in den Wechseljahren durchaus unter Stimmungsschwankungen leiden oder depressiv verstimmt sind. Dass auch die Schilddrüsenhormone, wenn sie denn aus der Norm gekommen sind, ähnlich auf die Psyche wirken, ist nicht bekannt.
Viele der SD-Patienten landen zuerst einmal in der Psychiatrie oder werden zumindest auf die "Psychoschiene" geschoben, bis eine richtige Diagnose gestellt ist. Und selbst wenn die Diagnose einer SD-Erkrankung gestellt wurde, hören die Betroffenen immer wieder von Ärzten "das ist psychisch, von der Schilddrüse kommt so was nicht."
Bei einer SD-Überfunktion = Hyperthyreose (die auch im Verlauf der Basedow-Erkrankung z.B. vorkommt oder bei einer autonomen Autonomie), sind zu viele Hormone im Regelkreis.
Der Erkrankte fühlt sich:
Diese Symptome (wie auch das Schwitzen) können leicht mit den Symptomen der Wechseljahre verwechselt werden. Im schlimmsten Fall tritt eine Psychose auf, und es kommt bei falscher Diagnose zur Einweisung in die Psychiatrie.
Sogar milde latente (so genannte subklinische Funktionsstörungen) der Schilddrüse können schon mit vermehrtem Angstempfinden einhergehen.
Manchem Betroffenen hilft es schon, wenn die richtige Diagnose gestellt ist, denn dann hören die Selbstzweifel auf, dass man "psychisch nicht in Ordnung" ist. Allerdings hören die Symptome dann noch nicht auf.
Durch richtige Einstellung mit den Schilddrüsenhormonen oder mit evtl. den Thyreostatika kann es wieder zur Normalisierung der seelischen Vorgänge kommen.
Manchmal aber hat sich eine Angststörung auch verselbständigt. Denn bei einer Angststörung (insbesondere bei der generalisierten Angststörung) ist ja das Dilemma genau die "Angst vor der Angst" und das kann zu einem Teufelskreis führen.
Man hat so viel Angst, dass die Angst wieder kommen könnte, dass genau diese sich wieder einstellt. Und diesen Kreislauf zu unterbrechen ist dann oftmals nur mit psychotherapeutischer Unterstützung möglich.
Jahreszeitliche Stimmungsschwankungen sind vermutlich wesentlich durch Schilddrüsenhormone mit beeinflusst.
Bei der SD-Unterfunktion = Hypothyreose (Hashimoto, …) kommt es zu
Da die Hypothyreose mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger wird, werden die Symptome häufig dem Alter zugerechnet. Ein anderes Problem ist, dass sich der Krankheitsverlauf schleichend einstellt, dadurch werden die Symptome leicht übersehen oder erst sehr spät diagnostiziert.
Auch in diesem Fall führt meist eine Normalisierung der Schilddrüsenwerte zum raschen Abklingen der Symptome.