Sichtbare Veränderungen des Körpers bei einer SD-Erkrankung und Psyche

Augen

Bei der SD-Erkrankung Morbus Basedow kann es zur Erkrankung der Augen kommen, zur endokrinen Orbitopathie. Neben der Beeinträchtigung und dem Druck im Auge kommt es auch zum Hervortreten des Augapfels und damit wird diese Erkrankung für alle sichtbar.
Manch einer reagiert darauf gemein und verletzt den Erkrankten mit höhnischen Bemerkungen. Wird in unserer Gesellschaft doch sehr viel Wert auf Äußeres gelegt, so kann das manchen Kranken sehr zusetzen und er muss lernen, mit solchen Verletzungen oder auch nur mit Angestarrt-werden umzugehen.
Hierzu ist es gut, wenn ihm sein direktes Umfeld Unterstützung geben kann. Evtl. muss in einer Psychotherapie der Selbstwert des Erkrankten gestärkt bzw. gar erst aufgebaut werden.

Haarausfall

Sowohl bei Hyperthyreose als auch bei Hypothyreose kommt es zu Haarausfall und auch die Beschaffenheit der Haare verändert sich.
Sie werden dünn, strohig, brüchig, glanzlos - kurzum sie sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Und: das kann der Umwelt auffallen.
Wird auch hier wieder in der Gesellschaft und insbesondere in den Medien eine Haarpracht als besonders schön, vital, …. dargestellt, so trifft es den Erkrankten umso mehr.
Wie andere SD-Symtome auch, ist diese Störung meistens vorübergehend und wird bei richtiger Einstellung mit den entsprechenden Medikamenten wieder normalisiert. Kommt es dennoch mal zum kreisrunden Haarausfall kann er durch einen Hautarzt durch Cortison oder Minoxidil behandelt werden.

Schilddrüsenoperationsnarbe

Bei einer SD-Operation bleibt am Kragen am oberen Dekollete eine Narbe zurück. Bei normaler Kleidung (also ohne Rollkragenpullover) ist sie im Sichtbereich.
Wenn nun noch jemand keine optimale Wundheilung hat oder es zu Problemen bei der OP kam, kann die Narbe wulstig und rot werden. Mancher fühlt sich dadurch "entstellt" und versucht die Narben durch Tücher und Schmuck zu verdecken oder sie mit Camouflage zu überschminken. Über Jahre hinweg kann die Narbe noch besser werden, doch sie bleibt und beeinträchtigt das seelische Empfinden.
Natürlich sieht man immer erst die Narbe wenn man in den Spiegel schaut, man nimmt sie selektiv wahr. Der Umwelt selbst würde sie vielleicht gar nicht so auffallen.

In der ersten Zeit kann man gut Maßnahmen für eine optimale Narbenbildung ergreifen. Es gibt Narbentherapeutika, Freiöl, Narbenpflaster.
Im schlimmsten Fall kann man eine Narbe durch einen Facharzt korrigieren lassen. Aber es empfiehlt sich, sich an die Narbe zu gewöhnen, sie anzunehmen wie z.b. eine Falte im Gesicht.

Sehr geholfen hat mir, als eine Bekannte meinte "das ist eine Tapferkeitsnarbe". Denn bei mir war die Narbe wegen einer Krankenhausinfektion 6 Wochen offen und ist deshalb nicht optimal geworden. So sehe ich es nun. Die Narbe gehört zu mir, sie erzählt eine Geschichte - ich muss mich derer nicht schämen.

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