Psyche und Krankheitserleben
In vielen Fällen lassen sich SD-Erkrankung gut behandeln, gut einstellen und viele leben damit weiter wie zuvor.
Je nach Ausprägung der Symptome und je nachdem wie schnell eine SD-Erkrankung diagnostiziert wird, kann es aber auch ganz anders laufen.
Eine thyreotoxische Krise ist intensivpflichtig. Das heißt, es kommt das Thema auf: "überlebe ich das überhaupt?". Auch andere Symptome können so massiv empfunden werden (Herzbeschwerden…) dass es zu Todes-Ängsten kommt.
Existenzielle Ängste kommen auf, wenn das Arbeiten über einen langen Zeitraum nicht mehr möglich ist.
Verliert man seinen Arbeitsplatz? Beginnt ein sozialer Abstieg? Verliert man vielleicht seine Freunde, weil sie einen nicht verstehen, warum man so verändert ist?
Oder wie schlimm ist es, in die Psychiatrie eingewiesen zu werden!
Solche Dinge müssen verarbeitet werden. Das kann lange dauern, nicht jeder steckt das einfach weg.
Manch einer spricht von einem "Gang durch die Hölle".
Wie bei anderen Krankheiten auch, ist es nicht einfach, wenn der Körper so nicht mehr kann, wie man es gewohnt war.
Hat man bisher Sport getrieben und nun ist der Ruhepuls bei 150 - wie mag man sich da fühlen. Nichts geht mehr. Das Treppensteigen ist schon anstrengend. Der Körper gehorcht nicht mehr. Auch das kann nicht spurlos an einem vorübergehen.
Man fühlt sich ja auch oft so ambivalent, das heißt einerseits ist man aufgedreht, andererseits ist man erschöpft.
Solche Zustände lassen einen schon zu Selbstzweifeln kommen.
Viele Menschen sind froh, wenn sie die Diagnose SD-Erkrankung bekommen, dann wissen Sie, dass sie nicht verrückt sind. Auch mir ging es so. Ich war froh bei der Diagnose Autonomes Adenom. Endlich hatten meine Zustände einen Namen. Auch wenn dieser Name eine OP bedeutet.
Hat man allerdings eine solche Krise überstanden, fühlt man sich wieder besser und die Symptome sind geringer oder gar nicht mehr spürbar, dann kann solch eine Krise auch als Chance verstanden werden.
Die Bewältigung macht einen stärker und hilft uns, uns weiter zu entwickeln. Man kann durchaus auch gestärkt aus einer Krankheit hervorgehen, wenn es gelungen ist, die Krise und Krankheit in sein Leben zu integrieren, sie anzunehmen und zu bewältigen oder damit umzugehen lernen.
Manchmal ist das aber ein langer Prozess und man benötigt viel Geduld.