Darunter vversteht man Tumore die zu mehr als 90% im Nebennierenmark entstehen.
Von diesen 90% sind 10 % bösartig, die restlichen sind gutartig.
Es heißt also nicht automatisch, wenn Sie die Diagnose Phäochromozytom haben, daß dieses bösartig ist!
Das Phäochromozytom hat die Eigenart, daß es übermäßig viel Katecholamine (= Adrenalin, Noradrenalin) produziert und
ins Blut abgibt.
Ursachen:
- genetisch bedingt
- familiäre Formen die vererbt werden, darunter zählen der MEN TYP II (= Multiple Endokrine Neoplasie) und III,
das von Hippel-Lindau-Syndrom, Sturge-Weber-Syndrom
Beschwerden:
- Bluthochdruck, der anfallsartig auftreten kann, die Blutdruckspitzen sind enorm hoch
- Polyurie = Harnflut = sehr hohe Mengen an Urinauscheidung
- Schilddrüsenschwellung
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwarzwerden vor den Augen, Sehstörungen, Erweiterung der Pupillen
- Schweißausbrüche
- Herzklopfen
- Schwindel,Blässe
- Ohrensausen, Tinitus
- Panik
Komplikationen
- Herzrhythmusstörungen, bis hin zum Herzflimmern und daraus resultierendem Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Linksherzversagen mit Lungenödem (= Wasseransammlung in der Lunge) mit tödlichem Ausgang
- Niereninsuffizienz bis hin zu Nierenversagen
- Ausgeprägte Augenhintergrundveränderungen
Diagnostik:
Die Diagnostik ist sehr aufwändig, das Phäochromozytom ist eine sehr seltene Erkrankung und kann nur vom Spezialisten erkannt
werden. Die Indikation zur umfangreichen Abklärung ist gegeben wenn folgendes auftritt:
- Krisenhaftes Blutdruckverhalten (= Blutdrücke von 200 systolisch und aufwärts, krass gesagt) und
- schwer einstellbarer Bluthochdruck
- familiärer Belastung mit Phäochromozytom oder MEN II und III
- C-Zell-Carcinom der Schilddrüse
- Nachgewiesender Nebennierentumor
- Laktatazidose
- Anhaltendes Fieber unklaren Ursprungs
- Ungeklärtes Ausleiern des Herzmuskels
- 24-Stunden-Urin auf Catecholamine und Vanillinmandelsäure
- Glukagon/Clonidintest bei unklaren Fällen
- Ultarschall, CT, MRI, MIGB Szintigraphie
- Blutzuckerkontrolle
- Bestimmung des Hämatokrits = Zellanteil im Blut auch fester Anteil im Blut genannt
- Ausschluß von MEN II, C-Zell-Carzinom und primären Hyperparathyreoidismus = Überfunktion der Nebenschilddrüse
- Die Diagnose erfordert erhöhte Catecholamine sowie den Nachweis eines Tumores
Wer einen Verdacht auf Phäochromozytom hat sollte keine OP bekommen, keine Eingriffe im Bauchraum wie z.B. endoskopische
Untersuchungen, sowie eine Vielzahl von Medikamenten nicht einnehmen. Was genau auf Sie zutrifft wird Ihnen Ihr behandelnder
Arzt sagen.
Therapie:
Die Therapie hängt wieder sehr von der Ursache ab. Jenachdem ob ein Tumor, Carcinom, MEN vorliegt,
wird sich die Therapie danach richten, darum kann ich hier nur die zwei Therapieformen an sich niederschreiben.
Wer genauere Informationen will, der kann mich unter meiner Emailadresse anschreiben.
- Einstellung mit Alpha-Rezeptorblockern, evtl. Beta-Blocker bei Herzrhythmusstörungen
- operative Entfernung des Tumors, sofern möglich.
Wörterbuch:
- Laktatazidose = Übersäuerung des Körpers durch zu hohen Laktatspiegel = Milchsäure