Ja lieber Leser, was könnte mit dem Begriff nur umschrieben sein?
Ich habe mir das auch ein Weilchen überlegt und kam zu dem Entschluß, das Wort "mauscheln" ist hier sehr angebracht, da es ein Synonym für "hinter vorgehaltener Hand tuscheln" ist. Mauscheln kann manchmal recht amüsant und unterhaltsam sein, es kann aber auch getuschelt werden, weil man sich dessen was man bespricht schämt.
Was hat nun das schamhafte Gemauschle mit Schilddrüsenkrankheiten zu tun? - Eine ganze Menge, sage ich Ihnen!
Mich erreichen oft Anfragen von Betroffenen die sich durchgerungen haben, mir nach längerem Kontakt Fragen zu stellen die ihnen zwar unter den Nägel brennen, die sie sich aber niemals in einem Forum zu fragen getraut hätten. - Ich hoffe der Satz war grammatikalisch richtig, schnauf. -
Ich habe mich dann auf die Suche im Netz gemacht und habe festgestellt, das es zu bestimmten Thematiken kaum Information gibt und auch kein Austausch darüber in den Foren vorliegt. Das will ich hiermit ändern.
Es geht auf dieser Seite hier um folgende Themen:
Ich will hier nicht nur medizinisch erklären wie es zu Funktionsstörungen kommt, bei einigen Bereichen weiß man das nämlich noch gar nicht. Ich will einfach von meinen Erfahrungen und denen, die mir berichtet worden sind erzählen.
Ich will gleichzeitig auch damit aufzeigen, daß man sehr wohl über sogenannte heikle Themen sprechen kann und das dies auch wichtig ist.
Ich habe es nämlich satt immer wieder mitzubekommen, das es anscheinend bei SD-Kranken einige Beschwerden in den genannten Themengebieten gibt, die immer wieder auftauchen, die aber in keinem Medizinbuch zu finden sind.
Klar man bemerkt Symptome zu einem Krankheitsbild erst dann wenn sie gehäuft bei einer Art von Erkrankung auftreten.
Probleme mit dem Scheidenmilieu
Dieses Problem haben viele Frauen und es ist nicht speziell nur bei SD-Krankheiten vorhanden. Aber anscheinend scheinen besonders Hashimotopatientinnen damit geplagt zu sein.
Was versteht man unter dem Scheidenmilieu?
Die Scheide produziert pro Tag ca 2-4 Gramm Scheidenflüssigkeit, deren ph-Wert bei ca 4,0 liegt. Die Menge der Produktion unterliegt den Sexualhormonen, sprich Östrogen, Gestagen und Androgene.
Die Scheidenflüssigkeit hat ein saures Milieu, was zur Abwehr von Keimen und Bakterien dient.
In der gesunden Scheidenflora sind natürliche microbakterielle Besiedelungen wie z.B. Staphylo- und Streptokokken und Glykogenablagerungen vor der Pubertät. Nach der Pubertät überwiegen dann die Döderleinbakterien (= Milchsäurebakterien) und Glykogenablagerungen auf der Schleimhaut, dadurch wird eine Schutzfunktion der Scheide gewährleistet. In einem Abstrich der Scheide sind auch Keime wie der Saphylokokkus aureus( = der ganz banale Hautkeim) vorhanden, sowie in unterschiedlicher Anzahl bestimmte Micororganismen.
Das Scheidenmilieu kann sehr schnell aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Ist das Gleichgewicht zwischen den Milchsäurebakterien und den anderen Microorganismen gestört, so kommt es zu Beschwerden wie Jucken & Brennen der Scheide, Pilze können sich leichter einnisten.
Auch die Scheidenschleimhaut kann austrockenen und rissig werden, was äußerst schmerzhaft ist. Durch die kaputte Schleimhaut haben Erreger natürlich noch mehr Chancen, in die Scheide einzuwandern und Peng sind die Entzündungen da. Gerade dieses Phänomen der eingerissenen, trockenen Schleimhaut scheint bei Hashimoto relativ oft aufzutreten. Man weiß nicht genau warum, ein Erklärungsversuch ist, daß durch die Autoimmunschwäche die diese Menschen haben, das Scheidenmilieu eben auch angegriffen wird, oder sich nicht optimal aufbauen kann.
Ursachen
Die Ursachen für ein gestörtes Milieu sind mannigfaltig und es gibt ein paar Tipps wie Sie die Beschwerden lindern, ja sogar wegkriegen können.
Vorraussetzung ist, das Sie erstmal einen Abstrich beim Gynäkologen machen lassen, damit dieser bakterielle Infektionen, oder Pilzbefall auschließen kann.
Diese beiden Krankheitsbilder bedürfen einer schulmedizinischen Behandlung, die dringend erforderlich ist. Wenn sie nicht eingehalten wird, steigen die unwillkommenen Keime und Pilze nämlich nach oben und verursachen dort Gebärmutterentzündungen, Eierstockentzündungen, sowie Blasen und Nierenentzündungen.
Was tun?
Hat Ihr Gyn-Arzt einen Abstrich gemacht und z.B. einen Pilz/ bakteriellen Befall entdeckt, so ist es hilfreich wenn Sie Zucker und Weizenmehl für den Zeitraum der Infektion meiden. Eine sehr zuckerreiche Ernährung, oder eine Ernährung mit viel Weizenmehl, verändert bereits die Scheidenflora und begünstigt so die Vermehrung der lästigen Keime.
Bei festgestelltem Milchsäurebakterienmangel gibt es zwei Strategien. Die eine ist, Sie besorgen sich in der Apotheke sogenannte Milchsäurebakterien- Vaginalzäpfchen. Ihr Gynäkologe wird Sie diesbezüglich beraten. Die zweite Variante ist die des Joghurts mit linksdrehenden Kulturen. Das ist wichtig denn die rechtsdrehenden sind die , die im Darm angesiedelt sind.
Also linksdrehender Joghurt ;-). Davon können Sie einmal täglich eine Fingerkuppe voll in die Scheide schmieren. Das hat den Effekt, daß mit dem Joghurt Milchsäurebakterien in die Scheidenflora kommen und somit das Milieu ausgegelichen ist.
Aber Vorsicht, wenn Sie es mit dem Joghurt übertreiben kommen ebenfalls wieder Brennen und Jucken auf Sie zu, weil dann das Milieu zuviel Döderleinbakterien hat.
Was gibt es noch für Störfaktoren die das Scheidenmilieu und somit die Schleimhaut angreifen?
Weitere "Scheidenkiller" sind:
Wenn Sie immer wieder unter einer wunden Scheide oder Infektionen leiden und kein Mensch weiß woher, dann sind möglicherweise der ein oder andere genannten Punkt, der Verursacher. Einen Versuch ist es allemal wert.
Menstruationsprobleme
Auch dies ist ein Bereich der nicht nur SD-Erkrankte betrifft, sondern alle hormongeplagten Frauen. Aber mir fiel auf, das viele Frauen gar nicht wissen wieso das so ist und das es eine Menge Leidensgenossinen gibt.
Ich selbst habe mit Auftreten meiner SD-Entfernung ein PMS-Syndrom entwickelt, das in Laufe der Jahre immer stärker wurde. Das haben mir auch etliche Patienten mit SD-Problemen und Cortisolproblemen berichtet.
PMS bedeutet PräMenstruelles Syndrom, also vorperiodliches Syndrom, und beinhaltet eine Reihe von Beschwerden.
Interessant zu wissen ist, daß es hier in Deutschland im Bereich der Psyche Psychosomatik uns psychische Belastung beheimatet ist. Es gibt inzwischen aber immer mehr Gyn-Ärzte die davon gottlob abgehen.
In den USA gilt das PMS-Syndrom als Krankheitsbild, hier in Deutschland gilt es das offiziel nicht. Es wird belächelt, von denen die nicht wissen, was dieses Syndrom mit sich bringen kann.
Die Beschwerdeliste geht los von Freßattacken, Ziehen in der Brust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Blähbauch, Unterleibsschmerzen, über Erbrechen, Migräneanfälle, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen von traurig bis depressiv, von gereizt bis hin zu aggressiv, Wassereinlagerungen, Herzrasen, schmerzende Knochen und Muskeln, psychotische Zustände, Annschwellen und Schmerzen der Lymphknoten etcpp.
Nicht wild werden sich nun viele denken. Falsch gedacht!
Es gibt Patientinnen die aufgrund des PMS innerhalb von ein paar Stunden von einer völlig gesunden Frau zu einem psychischem Wrack werden und das nicht weil sie willenschwach wären, oder ihr Leben nicht im Griff hätten, sondern weil ihre Hormone sich für die Abbruchblutung vorbereiten.
Anderen Frauen bleibt die psychische Komponente von Hormonen weitesgehend erspart, sie haben mit den organischen Beschwerden des PMS unterschiedlich stark zu kämpfen.
PMS tritt vom Beschwerdebild sehr individuell auf und man versucht zuerst die Sexualhormone in geregelte Bahnen zu bekommen, oftmals verabreicht man auch Antidepressiva.
Doch diese Medikamentengruppe behebt nicht die Ursache und deswegen ist sie für mich völlig inaktzeptabel.
In den letzten Jahren hat ein Trend eingesetzt, das PMS Syndrom mit alternativen Methoden zu behandeln.
Etliche von diesen Methoden scheinen gut anzuschlagen.
Dazu gehören beispielsweise Tees aus Kümmel, oder Melisse die schon bei den ersten Anzeichen getrunken werden sollen und das regelmäßig.
Andere Frauen schwören auf Beckenbodengymnastik, wenn sie mit starken Unterleibsschmerzen zu kämpfen haben.
Wieder andere probieren Yoga, Akupunktur, oder Tai-Chi.
Die Homöopathie erfreut sich eines Zuwachses auf diesem Therapiegebiet, genauso wie die Naturheilkunde.
Daran wird ersichtlich, wie viele Frauen sich damit rumschlagen und nach jedem Strohhalm greifen, den sie bekommen können.
In der Gesellschaft wird dieses Thema aber immer noch totgeschwiegen und die Pharmazie sieht in den PMS Patientinnen nur eine Geldquelle, wirkliche intensive Forschung wird dafür nicht betrieben - da es sich " ja nicht um eine Krankheit handelt"
Stellen Sie sich vor, Sie wüßten das Sie jeden Monat für mindestens xy- Stunden oder Tage außer Gefecht gesetzt werden. Sie könnem diesem Geschehen nicht entwischen. Das Ganze wird Sie über Jahrzehnte jeden Monat betreffen, wären Sie nicht der Meinung, das man es "krank" nennen kann?
Seltsamerweise wird es in anderen Ländern als Krankheit angesehen und ich hoffe das Deutschlands Gynäkologen und Kollgegen sich dieser Meinung auch bald anschließen werden. Denn dann ist die Chance einer besseren Erforschung und Behandlung gegeben.
Schilddrüsenpatientinnen berichten mir immer wieder von Zyklusstörungen. Ich selbst hatte wegen zu niederer SD-Werte schon mit 27 meine ersten Wechseljahre, wenn man es so nennen möchte.
Meine Regel kam zuerst völlig unregelmäßig, mit wahnsinnigen Unterleibskrämpfen und Blutungen, dann blieb sie einfach aus. Ich litt unter dem gesamten Programm der Wechseljahre und bekam zu hören das könne es mit 27 nicht geben.
Anstatt das einer auf die Idee gekommen wäre meine Hormone zu checken.
Mein behandelnder Endokrinologe meinte zu mir, es wäre völlig klar das massive Zyklusstörungen auftreten können, wenn die SD-Hormone nicht stimmen. Endlich einer der mir glaubte. Und siehe da ,als die Sd-Werte eingestellt waren, war mein Zyklus wieder normal. Erst durch den Cortisonmangel kam er wieder durcheinander.
Hashimotopatientinnen schreiben immer wieder das sie extrem starke Blutungen haben, die sich übermäßig lange hinziehen, sie haben schon Eisenmangel deswegen und fühlen sich auch sonst schon völlig ausgelaugt.
Auch zu geringe Blutungen können auftreten. Eine Patientin schrieb mir sie habe ihre Zyklusstörungen mit Mönchspfeffer in den Griff bekommen. Andere mit der Einnahme von Spurenenlementen.
Wenn Sie an Menstruationstörungen ,oder Beschwerden leiden, suchen Sie Ihren Gyn.-Arzt auf und lassen Sie die Sexualhormone bestimmen.
Wenn diese in der Norm liegen heißt das noch lange nicht, das Sie sich ihre Beschwerden einbilden, denn die Konzentration der Hormone, die Frau braucht um beschwerdefrei zu sein, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Spannweite der Normwerte läßt zu, das Sie sich mit einem unteren Normwert beschissen fühlen und mit einem oberen sehr gut. Oder umgekehrt.
Das herauszufinden ist Detektivarbeit und erfordert Geduld, von Arztseite, wie von Ihrer.
Die Liste der Mittel die bei Beschwerden helfen ist endlos lang, da sie meist Omas Hausmittel und Mittel aufgrund eigener Erfahrung beinhaltet. Darum gebe ich hier nur einen kurzen Teil wieder. Wenn Sie Tipps haben wie man seine Beschwerden noch kurieren kann, dann nur zu schreiben Sie mir . Vielleicht hilft es bei anderen Frauen genauso gut.
Tees:
Moorbäder sollen ebenfalls hilfreich sein, sowie eisenreiche und vitaminreiche Ernährung.
Wärmeanwendungen dienen zur Entspannung der Muskulatur und regen die Blutung an, während Kühlung die Blutung abschwächt. Kommen Sie mir jetzt aber nicht auf die Idee, bei starken Blutungen, Eisauflagen zu machen! Ihre Eierstöcke würden Twist tanzen und eine fette Blasenentzündung wäre im Anzug.
Bei starken Blutungen gilt - ab zum Arzt und überprüfen lassen, denn Sie können dadurch eine Eisenmangel-Anämie und eine chronische Anämie = Blutarmut bekommen.
Die Akupunktur soll auch ordentliche Ergebnisse bei der Behandlung von Zyklusstörungen bringen. Ist Ihre Störung aber durch Hormonungleichgewichte entstanden hilft sie bei der Ursachenbehebung kaum. Da hilft nur die richtige Hormoneinstellung.
Häufig kann die kurzfristige Einnahme von einer Pille die Ursachen wieder beheben.
Inzwischen erfreut sich das Hormon-Yoga immer größeren Zuwachses und viele Frauen schwören darauf.
Es gibt auch Studien, die den meßbaren Anstieg vom Östrogen nachweisen. Manche Krankenkassen zahlen zu dieser Behandlung schon zu.
ABER Sie dürfen Hormon-Yoga z.B. nicht bei SD-ÜF machen, oder müssen bestimmte Übungen auslassen.
Für Hormongeplagte gilt es also immer zuvor nachzufragen.
An sich ist diese Art des Yogas für Frauen mit Menstruationsbeschwerden
oder den Wechsljahrsbeschwerden.
Die schönste Nebensache der Welt - Was tun wenn im Sexualleben Störungen auftreten?
Ich möchte auch hier gleich zu Anfang darauf hinweisen, daß Störungen im sexuellen Bereich viele Ursachen haben können.
Es ist aber eine medizinische gesicherte Aussage, wenn ich schreibe: Durch Schilddrüsenfunktionsstörungen können Störungen beim Sex und bei der Lustempfindung auftreten. Im Fachjargon heißt das dann Libidoverlust und steht meist weiter unten auf der Symptomliste.
Ich kann Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt, auf den physiologischen Teil der Schilddrüse bezogen, nicht erklären warum dieser Libidoverlust auftritt.
Ich werde aber versuchen zu dieser Thematik Informationen zu bekommen.
Das fatale an dem "Frust mit der Lust" ist ja nicht nur die Tatsache das man nicht mehr kann, oder es einen nicht interessiert. Bei den meisten entsteht deswegen ein Problem, weil sie sehr wohl mit ihrem Partner Sex haben möchten, es aber irgendwie nicht mehr geht.
Bevor sie nun verwundert den Kopf schütteln und sich Fragezeichen über Ihnen auftun, versuche ich wiederzugeben was mir beschrieben wurde:
Überwiegend haben sich Frauen dazu durchgerungen über dieses Thema zu sprechen, vielleicht weil generell mehr Frauen von Schilddrüsenkrankheiten betroffen sind als Männer, oder aber weil die Männer sich noch mehr schämen über dieses Thema Fragen zu stellen.
Denn es geistert ja immer noch in den Köpfen der Menschen rum, daß eine Frau die nicht will "halt einfach frigide" ist, aber ein Mann der Errektionsstörungen hat " kein Mann mehr ist". Beides ist völliger Schwachsinn, aber bringen Sie mal den Schwachsinn aus den Köpfen der menschlichen Gattung...
Ja wodurch kommt jetzt der Libidoverlust? - Möglicherweise dadurch das die Sexualhormone und die Schilddrüsenhormone sich gegenseitig beinflußen.
Bei der aufkommenden Lust und beim Akt selbst, muß das hormonelle System, sowie das vegetative Nervensystem (= das sogenannte unwillkürliche Nervensystem) eine Menge Arbeit leisten. Endorphine werden ausgeschüttet, Hormonpegel ändern sich, beim Mann beispielsweise das Testosteron, die Herztätigkeit steigt der Blutdruck geht hoch, Sympathikus und Parasympathikus - die zwei wichtigsten Einheiten des vegetativen Nervensystems haben alle Hände voll mit der Koordination von Vorgängen im Körper zu tun.
Aus diesem Wirrwarr an Vorgängen und feinsten Abstimmungen kommt dann letztendlich das zustande was wir als Lust bezeichnen und was uns den Spaß am Sex gibt.
Jeder Hormonkranke weiß, daß sein Körper eben nicht mehr normal funktioniert und viel Vorgänge aus der Bahn gekommen sind. So auch beim Sex.
Was ist nun das eigentliche Problem dabei?
Das Problem fängt meist ziemlich klein und unscheinbar an. Zuerst denkt man weniger an Sex, denn wenn es einem wirklich beschissen geht, hat man andere Sorgen. Zuerst fallen einem all die anderen Beschwerden auf, die sind ja auch viel einschneidender im Alltagsleben.
Man ist traurig und verwundert, weiß gar nicht mehr was mit dem Körper los ist und bekommt häufig von vielen Seiten zu hören, das wäre nur seelisch, oder man sei überlastet, organisch könne das nicht sein usw, usw.
Langsam kommt das Gefühl auf, man wäre nicht mehr normal, die ganze Welt, das ganze bisherige Leben alles bricht ein, nichts ist mehr wie es mal war. - Das ist die Beschreibung die jeder Schiddrüsenpatient in seinen Schilderungen wiedergibt.
So und nun stellen Sie sich vor, sie sind an dem Punkt wo sich Ihre Welt in einen fast Fremden für Sie verwandelt hat. Ihr Partner ist bei Ihnen zum Sie zu trösten und aus dem Trösten wird ein wenig mehr ;-). In dem Moment wo es zur Sache gehen sollte, macht es "Pling" und bei Ihnen ist - Nichts -, keine Lust.
Naja das kann schon mal vorkommen..... Aber diese Male häufen sich und nun tritt auf dem Sektor Sex das ein, was in den anderen Lebensabschnitten schon eingetreten ist.
Nix geht mehr! - Und Sie wissen nicht warum!!! Sie wissen nicht warum ihr Körper einfach nicht mehr mitmacht, vom Gefühl her in ihrem Kopf, möchten sie doch Sex mit dem Partner haben. Sie lieben ihren Schatz und wollen es ihm auch auf diese Art und Weise zeigen. Gerade in einer Zeit, in der beider Leben aus den Fugen zu geraten scheint.
Und nun gehen sie los die Gedanken: Bin ich frigide? Lieb ich meinen Partner nicht mehr?
Bin ich kein Mann/ keine Frau mehr? Mache ich beim Sex was falsch? etc. Diese Gedankengänge hat nicht nur der Schilddrüsenkranke, sondern auch sein Partner.
Teilweise wurde mir von Entfremdung in der Beziehung berichtet, von Streitigkeiten deswegen, von depressiven Verstimmungen, von Seitensprüngen der Partner, von Trennungen etc.
Gut, nun denkt man sich: Wer einen deswegen verrät, oder verläßt der war es nicht wert. Das stimmt schon.
Aber die Frage die man sich genauso stellen muß ist die, ob man dem Partner die Möglichkeit gegeben hat, zu verstehen warum man keinen Sex mehr will, oder nicht mehr machen kann.
Wie soll man aber etwas erklären, das man selbst nicht verstehen kann und dessen Ursache man nicht seiner Krankheit zuschreiben würde? Sehen Sie und da liegt das Problem. Gleichzeitig liegt hier auch die Lösung des Problems, oder zumindest eine Abmilderung von diesem.
Sie werden durch das Wissen, das ihr Frust mit der Lust von Ihrer Krankheit kommt, nicht mit einem Mal Juchu schreien und mit Ihrem Herzblatt durch die Kissen wühlen können. Ganz sicher nicht.
Aber Sie können anfangen mit Ihrem Partner darüber zu sprechen. Erzählen Sie ihm, wie sich ihr Körper anfühlt, sagen sie ihm das Sie auf gut deutsch einen Motor mit leerer Batterie anlassen wollen und kein Überbrückungskabel haben. Man hat Ihnen Ihr Überbrückungskabel weggenommen - es heißt intakte Schilddrüsen-Werte.
Versuchen Sie, dem Partner mit bildhaften Erklärungen das Problem zu schildern,damit er verstehen kann was da überhaupt los ist.
Beispielsweise: "Ich sitz vor dem besten Essen der Welt und immer wenn ich etwas davon haben will, zieht mir einer den Teller ein Stück weg, so das ich nie essen kann, obwohl ich will....und so ist das wenn ich Dich vernaschen möchte." oder "Ich hab mein Traumauto bekommen, aber jemand hat mir die Räder und den Motor geklaut. Fahren will ich schon aber können, kann ich nicht. Erst wenns wieder repariert ist"
Ich weiß das hört sich jetzt doof für Sie an, oder Sie werden schmunzelnd vor diesem Abschnitt sitzen. Es geht aber wirklich darum, das Paare die sowieso schon wegen der Krankheit eine schwere Zeit durchleben, auch noch beim Sex Probleme haben und sie können nicht mal öffentlich nachfragen, weil sie sich - völlig grundlos - schämen.
Der Partner muß abwarten, bis die Lust wiederkommt, das kann dauern. Der Partner muß den Gedankensprung hinbekommen, daß er geliebt und in sexueller Hinsicht auch gewollt wird, aber gleichzeitig beim Sex enorme Blockaden da sind. Er muß es also schaffen, einen Widerspruch zu begreifen.
Darum lassen Sie Ihrem Partner Zeit, verlangen Sie nicht das er sofort verstehen und auf Sie eingehen kann. Denken Sie nicht, Ihr Partner liebt Sie nicht mehr wenn er nicht verstehen kann. Es ist verdammt schwer zu begreifen, sogar für einen selbst.
Aber verlieren Sie den Mut nicht!Der Libidoverlust durch Hormonschwankungen verschwindet, wenn Ihre Hormone wieder normal sind. Sie haben sozusagen nur eine Durststrecke im Bett zu verzeichnen.
Während dieser Durststrecke können Sie sich gemeinsam überlegen, was Sie beispielsweise spielerisch abändern könnten, damit im Bett mehr Spaß entsteht.
Dazu gibt es massenhaft Informationen.
Sie können auch in besonders schweren Fällen einen Sexualtherapeuten aufsuchen, das sind Psychologen mit dem Schwerpunkt sexueller Störungen, auf welcher Ursache auch immer basierend.
Sie dürfen bloß nicht den Anspruch haben, daß der Sexualtherapeut Ihr Problem insofern beheben kann, das der Spaß am Sex wieder da ist. Denn er kann ja Ihre Schilddrüsenhormone (und auch andere Hormone bei anderen Hormonkrankheiten) nicht mit einem Fingerschnippen einstellen.
Aber er kann mit Ihnen sprechen und Tipps geben, er kann die seelische Komponente die durch die Sexuallstörung aufgetreten ist betreuen.
Der wichtigste Punkt, in meinen Augen, um die Flaute im Bett gut zu überstehen ist: - Schämen Sie sich nicht dessen! Sie sind keine Maschine, Sie sind ein Mensch und Sex gehört verdammich nocheins zu einem unserer ureigensten Instinkten. Sie brauchen sich nicht verschämt verkriechen, weil Sie beim Sex nicht mehr den Spaß wie früher hatten. Sie brauchen eigentlich auch nicht über dieses Thema nur mit vorgehaltener Hand "mauscheln".
Logisch das Sie sich kein Schild umhängen und damit in der Fußgängerzone flanieren - müssen Sie auch gar nicht.
Aber Sie können beispielsweise mit sehr guten Freunden darüber sprechen, oder wenn Sie Kontakt zu Hormonkranken haben, auch da mal das Thema anschneiden. Sie werden anfangs evtl. verschämte Blicke erhalten und rote Ohren zu sehen bekommen, es wird sicherlich auch Menschen geben die sie nur entgeistern ansehen werden. Ich sage Ihnen das ist egal, fürchten Sie sich nicht vor den Reaktionen, denn sie fallen meistens positiv aus, wenn die Betroffenen erstmal über ihr Mauschelstadium raus sind.
Freunde sind auch zum helfen da, es ist eine ihrer Pflichten und ich bin mir sicher das ein guter Freund ,Sie auch bei der Thematik nicht auslacht, sondern mit Ihnen darüber sprechen wird.