Wenn ich nach den Zuschriften und Schilderungen Betroffener gehe, ist die zweithäufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit bei SD-Erkrankten die sogenannte Laktoseintoleranz.
Häufig schildern die Patienten das sie ihren Morgenkaffe nicht mehr vertragen. Sie klagen über
Übelkeit, Magenbeschwerden, Blähungen und einen vor sich hingrummenden Magen- Darm-Trakt.
Aber auch unter den Nichtkaffetrinkern wird berichtet das sie ihr Frühstück nicht mehr so gut vertragen wie sonst.
Fragt man dann die genauen Nahrungsmittel ab, die beim morgendlichen Frühstück verzehrt werden, kommt der Patient schnell darauf das es die milchzuckerhaltigen Nahrungsmittel sind, die die Beschwerden verursachen.
Die Kaffetrinker haben es am einfachsten, sie lassen die Milch aus dem Kaffe weg. Werden die Beschwerden dann besser, wissen sie wer der Übeltäter war.
Oft dauert es eine lange Zeit bis der Patient dahinter kommt, was die Beschwerden verursacht.
Außerdem kommt dazu, daß sich Milchzucker = Laktose in vielen Nahrungsmitteln und Produkten versteckt,
wo wir sie kaum vermuten.
Milchzucker = Laktose ist beispielsweise enthalten in:
Sie sehen also auch bei Laktoseintoleranz gilt:
Schauen Sie bei jedem Nahrungsmittel/Produkt das Sie in den Einkaufswagen legen nach, ob es Milchzucker = Laktose enthält.
Woher kommen die Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz?
Ganz einfach die Laktose wird mit der Nahrung aufgenommen, kommt in den Dünndarm und sollte da eigentlich von dem Enzym
Laktase aufgespalten werden.
Bei Laktoseintoleranz ist genau dieser Vorgang gestört und somit kommt die Laktose ungespalten in den Dickdarm und wird
dort von den Darmbakterien vergoren. Das führt dann zu den Beschwerden, denn durch die Gärung entstehen Laktat,
Methan und Wasserstoff.
Durch die Laktatentstehung im Dickdarm kommt es durch Osmose dazu, daß ein vermehrter Wassereinstom in den Dickdarm erfolgt.
Und das hat dann wiederum zur Folge das der Patient Durchfall bekommt.
Die Laktoseintolzeranz wird in drei große Kategorien eingeteilt:
1) Die angeborene Laktoseintoleranz beruht auf einen genetisch bedingten Defekt
bei dem das Enzym Laktase kaum, oder gar nicht gebildet werden kann. Sie ist vererbbar.
Nun können Sie sich vorstellen was das für Auswirkungen auf ein Neugeborenes haben kann.
Unbehandelt führt sie zu starken Störungen in der Wachstums- und Entwicklungsphase des Kindes und kann
massivste Gehirnschäden beim Kind zur Folge haben.
Der Fachbegriff ist Alaktasie.
2) Die sekundäre = erworbene Laktoseintoleranz beruht
auf Erkrankungen, oder Störungen des Verdauungstraktes, bei denen die laktaseproduzierenden Zellen, so geschädigt sind,
das sie ihrer Aufgabe nicht nachkommen können.
Mit dieser Form haben die SD-Erkrankten sich zu plagen.
2) Die physiologische = natürliche Laktoseintoleranz beruht
auf einem einfachen gesetzt von Mutter Natur: Nichts wird sinnlos hergestellt!
Das heißt schlicht und ergreifen als Baby braucht der Körper Milch und darum wird genügend Laktase produziert.
Nachdem aber allen Babys irgendwann die Milch zu wenig wird, fangen sie an auch andere Nahrungsmittel zu essen.
Der Körper reagiert darauf und fährt die Laktaseproduktion runter.
Das ist die Erklärung dafür warum Kinder Milchzucker vertragen, Erwachsene oft nicht mehr.
Man weiß inzwischen auch das Erwachsenen aus dem mittel- und südostasiatischen Bereich kaum oder gar keine Milchprodukte
vertragen, die Erwachsenen in den nördlichen Bereichen der Weltkugel haben hingegen bis ins hohe Alter keine Unverträglichkeit.
Grund für die Laktaseproduktion bis ins Alter soll eine Genmutation sein. Sie sehen also nicht alle Genmutationen sind schlecht.
:-)
Diese Unterscheidung zwischen angeborenener und erworbener Laktoseintoleranz ist wichtig.
Denn die Personen mit der angeborenen Laktoseunverträglichkeit können nicht geheilt werden.
Die Betroffenen mit der sekundären Laktoseunverträglichkeit haben die Chance, das sich ihre Beschwerden
im Laufe der Zeit verbessern, oder sogar ganz zurückgehen.
Aber die Blutzuckertestung und die Diättestung sind nicht so aussagekräftig, wie der H2 -Atemtest,
da sie störanfälliger sind.
Mit dem H2-Atemtest ist die Diagnose sicher zu stellen.
Blindsacksyndrom:
Darunter versteht man die krankhafte Veränderung des Dünndarms, hervorgerufen durch eine bakterielle
Übersiedlung/Fehlbesiedlung in einem der drei Dünndarmabschnitte, als Folge von großen sackähnlichen Gebildenim der Darmwand,
in denen sich Darmflüssigkeit ansammelt.
Kurzdarmsyndrom:
Darunter versteht man generell eine Verkürzung des Dünndarms. meistens durch OP s verursacht, z. B. wenn bei Darmtumoren
oder wegen Morbus Chron, Teile des Darms entfernt werden müssen.
Große Duodenaldivertikel:
Duodenum = Der Dünndarm. Divertikel = Aussackung einer Wand eines Hohlorgans, wie z.B. Magen, oder Darm.
Darunter versteht man eine Aussackung der Dünndarmwand
Intestinales Lymphom:
Darunter versteht man gutartige/oder bösartige Tumore die aus Lymphozyten/Lymphknoten entstehen und im Darmkanal
angesiedelt sind.
Wichtig für den Betroffenen ist zu wissen, das er mit minimalsten Mengen bei der Eingewöhnung beginnen muß.
Fausregel:
Sie fangen mit nur einem früher unverträglichem Nahrungsmittel an, der restliche Speiseplan bleibt laktosefrei.
Nur so können Sie herausfinden wo Ihre momentante Belastungsgrenze liegt.
Sie beginnen mit einem Nahrungsmittel das nur ganz wenig Laktose enthält.
Sie essen bei den ersten Versuchen maximal 5-10 Gramm von dem Nahrungsmittel.
Sie essen das Nahrungsmittel in dieser geringen Menge nur einmal pro Woche.
Treten bereits nach 30 Minuten oder am gleichen Tag Beschwerden auf, so kehren Sie sofort wieder zu Ihrer strengen Diät
zurück.
Aber lassen Sie den Mut nicht fallen und probieren Sie es einen Monat drauf wieder.
Treten bei der anfänglichen Menge keine Beschwerden auf, so erhöhen Sie die Frequenz der Nahrungsmittelaufnahme.
Das heißt anstatt einmal in der Woche 5-10 Gramm, essen Sie dann 2 mal in der Woche 5-10 Gramm.
Vertragen Sie auch das gut, so können Sie beginnen die Menge des Nahrungsmittels langsam zu erhöhen.
Sollten Sie merken, das bei der Erhöhung Beschwerden auftreten, so reduzieren Sie die Menge wieder auf die vorherige
Portionierung.
Grundregel sollte sein: Soviel Nahrungsmittel wie beschwerdefrei möglich.
Treten Beschwerden auf Reduktion: des Nahrungsmittels, oder ganz weglassen.
Sie müssen es in diesem Bereich genauso machen wie mit Ihrer Hormoneinstellung, beobachten Sie ihren Körper und passen Sie Ihr Eßverhalten dem an, was Ihr Magen-Darm-Trakt zu Ihnen sagt.