Die Vier Jahreszeiten & Die Schilddrüse:

Neulich hörte ich beim Zeichnen mal wieder die Vier Jahreszeiten von Vivaldi. Dabei kam mir in den Sinn, zu welcher Zeit ich die meisten Anfragen bekomme. Und welche Fragen am häufigsten sind.
Also beschloß ich, was Vivaldi musikalisch komponiert hatte, schriftlich auf die Schilddrüse bezogen zu "komponieren" ;-)
Heraus kam:

Der kleine Jahreszeiten-SD-Begleiter:

Winter:

Fangen wir mit der Jahreszeit an die vor der Haustür steht und die meisten Beschwerden bei Schilddrüsenkranken verursacht.
Was können Sie beachten, damit Sie einigermaßen gut über den Winter kommen? - Da gibt es auch eine Menge allgemein gängiger Tipps, die hier ebenfalls aufgezählt werden.
Besonders die Hashimotopatienten fürchten den Winter, denn er bringt schlagartig ein schlechteres Befinden mit sich.
Basedowpatienten erwähnen des öfteren das ihre Beschwerden im Winter ebenfalls stärker werden. Aber es scheint seltener zu sein als bei Hashimoto.

Was tun dagegen?

Das ultimative Heilmittel hat leider niemand gefunden, aber es gibt ein paar Hilfen die es erleichtern, die da wären:

Generell gibt es noch ein paar Verhaltensweisen, die Sie im Winter beachten sollten:

Frühling:

Ja man würde es nicht glauben, aber wie jedes Jahr steht der Frühling vor der Türe. Jeder wartet schon sehnsüchtig darauf, manch einer versucht ihn mit Jeansjäcklein, Halbschuhen, oder kurzen Röcklein hervorzulocken.
Das führt meist zu Schnupfennasen, Blasenentzündungen und randalierenden Eierstöcken, oder sogar Nieren.

Also trotz der ersten wohltuenden Sonnenstrahlen gilt: zieht Euch warm an und schmeißt die Winterschuhe noch nicht ins Eck!

Das Frühjahr ist für unseren Körper eine anstrengende Zeit. Hat er gerade noch so schön im Winterschlaf verharrt, so kitzelt ihn nun die Sonne wach.
Bis der Körper und der Stoffwechsel aber auf Sonnenmodus umgeschaltet haben, dauert es ein Weilchen und uns plagt die Frühjahrsmüdigkeit.
Was kann man da nur gegen tun?

Zuerst sei einmal gesagt, das die Frühjahrsmüdigkeit nicht als Krankheitssymptom gewertet wird. Sie ist auch keine Krankheit und verschwindet an sich recht rasch wieder.
Dumm ist es nur, wenn Sie generell schon stoffwechselerkrankt sind, denn dann merken Sie es einfach stärker.
Der Körper beginnt ganz langsam wieder das Melatonin hochzufahren durch die Sonneneinwirkung und das wiederum beeinflußt unseren Wach-Schlafrhythmus.
Durch die häufigen Machtkämpfe die Väterchen Frost und die liebe Flora & Fauna miteinandner austragen, kommt es zu ständigen Wetterveränderungen und die merken wir ebenfalls. Besonders der Kreislauf findet es nicht so schick und manch einem sackt der eh schon niedrige Blutdruck noch weiter ab.
Hier an den Alpen haben wir noch mit einem ganz speziellen Freund zu kämpfen, dem Fön. Vielen ist er ein Greul, denn er macht schlapp, müde, gereizt und ganz vielen Menschen bereitet er Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen.
Allerdings bringt er immer milde Temperaturen und eitlen Sonnenschein mit sich.

Hashimoto und Basedow Leute haben im Frühling einen Vorteil, sobald die Tage länger, heller und wärmer werden, gehen ihre Beschwerden etwas zurück.
Bei einigen verschwinden sie sogar völlig.

Allerdings macht die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit etlichen von uns zu schaffen.
Sie können falls Sie SD-Hormone oder SD-Hemmer nehmen müssen, die Umstellung ebenfalls langsam beginnen.
Sprich eine Woche bevor die Uhr umgestellt wird, nehmen Sie Ihr Medikament jeden Morgen 10 Minuten früher ein, nach sechs Tagen haben Sie dann die Stunde reingeholt - nach Adam Riese :-)
Sollte es Ihnen zu langsam gehen, so können Sie auf eine viertel Stunde, oder eine halbe Stunde gehen, somit verkürzt sich die Umstellungsdauer.
Wundern Sie sich nicht, falls es Ihnen nach der Zeitumstellung für ein bis zwei Wochen nicht so prickelnd gehen sollte. Das liegt daran, daß der Körper sich einfach etwas umstellen muß.

Aber aller Anfang ist schwer und durch die Umstellungszeit müssen wir durch.
Hier ein paar kleine Anregungen die es Ihnen erleichtern können.

Gegen die Frühjahrsmüdigkeit hilft:

Sommer:

Endlich ist es soweit! ....S'is wieder Sommer, Sommer in der Stadt.....
So zollt die Spider Murphy Gang, der beliebtesten Jahreszeit Tribut. Hört man dieses Lied so möcht man sich gleich aufs Fahrrad schwingen und den nächsten Biergarten ansteuern :-)

Im Sommer geht es den SD-Leuten relativ gut. Bei den meisten dezimieren sich die Beschwerden, sobald die Sonne rauskommt.
Das zwischen Sonneneinstrahlung, Wärme und dem Befinden bei SD Erkrankungen ein Zusammenhang besteht, beobachten Fachärzte schon seit längerem. Warum das so ist..da haben wir wieder die schon so bekannte Antwort: Man weiß es noch nicht.
Fakt ist jedenfalls das mir ca. 90 % der Betroffenen mitteilen das es ihnen im Sommer besser geht und ich kenne das von mir selbst. Also muß was dran sein.
Besonders die Hashimotopatienten profitieren anscheinend davon.
Die Morbus Basedow Patienten hingegen haben häufig mit den Temeraturen zu kämpfen, weil sie sowieso schon einen erhöhten Wärmehaushalt durch die Krankheit haben.

Allerdings gibt es Grenzen für das Sommerbefinden - sobald es schwül wird, oder die Temperaturen über 27 Grad Celsius steigen und sich Gewitter zusammenbrauen - da knickt unsereins häufig wieder ein.
Das liegt wohl einfach daran, das der Stoffwechsel einfach Mehrarbeit leisten muß und das wiederum merken wir.

Es gibt aber ein paar wenige ganz wichtige Punkte im Sommer auf die Sie dringend achten sollten:

Herbst:

Geht der Sommer zur Neige, so wird manch' einem das Herze schwer, da er sich nach der Wärme der Sonne sehnt.
Ich sag' Ihnen: Jede Jahreszeit ist schön und hat ihre eigenen Reize - Sie müssen nur hinsehen!

...Und zu sehen gibt es im Herbst einiges! Wir werden mit den prächtigsten Farbspielen der Laubbäume bezirzt. Die Natur schenkt uns eine reichliche Ernte, die in ihrer Vielfalt an Optik und Geschmack kaum zu überbieten ist.

Wissen Sie eigentlich woher das Wort "bezirzen" kommt? Es leitet sich von der griechischen Zauberin Circe ab und gilt als Synonym für "verzaubern und verführen".Das paßt hervorragend zur dritten Jahreszeit.
Im Herbst zeigt uns die Natur ein ruhiges, träumerisches Bild von sich. Milde Lichtspiele lassen die prächtigen Farben weich leuchten und Nebelschwaden scheinen die Welt zart zu streichen und behutsam einzuhüllen.

Das ist die Zeit in der Sie Ihren Körper auf den Winter vorbereiten können.

Machen sie lange Spaziergänge sofern Sie können. Genießen Sie einfach, beobachten Sie die Natur und die Tiere - das kann innere Ruhe geben.

Worauf sollten Sie achten?

Sie sollten vor allem eines nicht tun - sich verkriechen weil die doofen Beschwerden wieder kommen.
Passen Sie Ihre Lebensumstände Ihren Körper an so gut sie können...und wenn es Sie arg beutelt, so denken Sie immer daran: Der nächste Sommer kommt bestimmt!

In diesem Sinne wünsch ich Ihnen 12 Monate im Jahr ein sonniges Gemüt.

Ich bin nun fertig mit meiner Komposition und ich hoffe Sie können damit etwas anfangen.

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