Immer mehr SD-Erkrankte klagen darüber das sie im Verlauf ihrer Erkrankung mit Nahurngsmittelunverträglichkeiten zu kämpfen haben.
Meist beginnen diese schleichend und steigern sich dann. Zuerst wird nur ein spezielles Nahrungsmittel nicht mehr so gut vertragen, der Patient berichtet über Magenschmerzen, leichte Übelkeit und Blähungen.
Dann tritt häufig im Verlauf eine massive Beschwerdeverschlechterung ein, so das starke Übelkeit und Durchfälle, Magenschleimhautreizungen bis hin zu Magenschleimhautentzündungen auftreten.
In dieser Phase reagieren die Betroffenen dann nicht mehr nur auf ein Nahrungsmittel, sondern schon auf eine ganze Liste von Früchten und Gemüse.
Aber nicht nur in Obst und Gemüse ist Fruchtzucker enthalten, er und seine Abkömmlinge versteckt sich in vielen Produkten.
So ist er beispielsweise enthalten in:
Woran erkennen Sie also im Einkaufsladen den klassischen Nahrungsmittelintoleranzler? - Genau !!
Das sind die Menschen die sich bei jedem Produkt das sie in ihren Wagen legen, zuvor die Inhaltsstoffe durchlesen.
Das müssen sie notgedrungen.
Eine der vier häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist die Fructoseintoleranz.
Die Fructoseintolzeranz wird in zwei große Kategorien eingeteilt:
1) Die hereditäre Fructoseintoleranz beruht auf einen genetisch bedingten Defekt
im Fruchtzuckerstoffwechsel.
Dadurch ist der Abbau von Fruchtzucker im Dünndarm gar nicht, oder nur in geringem Maße möglich ist.
In der Umgangssprache nennt man diese Form auch die "angeborene Fruchtzuckerunverträglichkeit".
2)Die Fructosemalapsorbtion (= Fruchtzuckerunverträglichkeit) beruht auf einer
Fruchtzucker-Aufnahmestörung des Dünndarms.
Das bedeutet der Darm kann den Fruchtzucker nicht richtig aufnehmen,aber er
wäre prinzipiell in der Lage den Fruchtzucker abzubauen.
In der Umgangssprache nennt man diese Form auch die "erworbene Fruchtzuckerunverträglichkeit".
Mit dieser Form haben die SD-Erkrankten sich zu plagen.
Diese Unterscheidung ist sehr wichtig.
Denn die Personen mit der angeborenen Fruchtzuckerunverträglichkeit können nicht geheilt werden.
Die Betroffenen mit der erworbenen Fruchtzuckerunverträglichkeit haben die Chance, das sich ihre Beschwerden
im Laufe der Zeit verbessern , oder sogar ganz zurückgehen.
"Aha!" werden Sie jetzt sagen, das hab ich doch gleich gewußt! :-)
Hier kommt nun die genaue, verständliche Erklärung:
Der Körper benötigt beim Fructoseabbau im Dünndarm ein Enzym das sich Aldolase B nennt.
Mit dessen Hilfe spaltet er Fructose-1 Phosphat
in Dihydroxyacetonphosphat und Glycerinaldehyd.
Dieser Vorgang geschieht in der Leber.
Bei der angeborenen Fructoseintoleranz findet genau dieser Prozeß der Spaltung nicht statt, da weit und breit keine Aldolase B ist.
Aber die Aldolase A die ist vorhanden, genauso wie die Ketohexokinase.
Somit fängt der Körper damit an die Fructose in die Leberzelle einzuschleusen, er kann sie aber nicht mehr ausschleusen,
weil das Fructose-1-Phosphat nicht gespalten werden kann.
Dadurch häuft es sich in der Zelle an und stört den Vorgang der Glycolyse und Gluconeogenese
( siehe
Grundwissen Nahrung - Engerie für den Körper)
erheblich.
Die Folge davon sind Unterzuckerzustände, da der Körper das Glycogen nicht abbauen kann und auch keine neue Glucose herstellen kann.
Wichtig für den Betroffenen ist zu wissen, das er mit minimalsten Mengen bei der Eingewöhnung beginnen muß.
Fausregel:
Sie fangen mit nur einem früher unverträglichem Nahrungsmittel an, der restliche Speiseplan bleibt fructosefrei.
Nur so können Sie herausfinden wo Ihre momentante Belastungsgrenze liegt.
Sie beginnen mit einem Nahrungsmittel das möglichst wenig Fructose enthält - also eher Gemüse, als Obst.
Sie essen bei den ersten Versuchen maximal 10-20 Gramm von dem Nahrungsmittel.
Sie essen das Nahrungsmittel in dieser geringen Menge nur einmal pro Woche.
Treten bereits nach 30 Minuten oder am gleichen Tag Beschwerden auf, so kehren Sie sofort wieder zu Ihrer strengen Diät
zurück.
Aber lassen Sie den Mut nicht fallen und probieren Sie es einen Monat drauf wieder.
Treten bei der anfänglichen Menge keine Beschwerden auf, so erhöhen Sie die Frequenz der Nahrungsmittelaufnahme.
Das heißt anstatt einmal in der Woche 10-20 Gramm, essen Sie dann 2 mal in der Woche 10-20 Gramm.
Vertragen Sie auch das gut, so können Sie beginnen die Menge des Nahrungsmittels langsam zu erhöhen.
Sollten Sie merken, das bei der Erhöhung Beschwerden auftreten, so reduzieren Sie die Menge wieder auf die vorherige
Portionierung.
Grundregel sollte sein: Soviel Nahrungsmittel wie beschwerdefrei möglich.
Treten Beschwerden auf Reduktion des Nahrungsmittels, oder ganz weglassen.
Sie müssen es in diesem Bereich genauso machen wie mit Ihrer Hormoneinstellung, beobachten Sie ihren Körper und passen Sie Ihr Eßverhalten dem an, was Ihr Magen-Darm-Trakt zu Ihnen sagt.