Morbus Basedow & Wechseljahre

Liebe Natascha, ich hatte versprochen meinen Erfahrungsbericht zur Verfügung zu stellen.
Also hier ist er:

Bei mir wurde vor fast 4 Jahren MB festgestellt. Im Nachhinein gesehen, haben sich Anzeichen dafür bereits sehr viele Jahre früher bemerkbar gemacht, ohne dass konkrete Ergebnisse vorlagen.
Ich bekam mit ca. 25 Jahren Vitiligo, keiner konnte mir helfen. Kommentar damals: Das ist Vererbung. Toll. Ansonsten war ich bis auf Kleinigkeiten pumperlgesund.

Die Wende kam mit 42 Jahren, da musste ich ins Krankenhaus um eine Zyste entfernen lassen. Mit 46 ging es dann richtig los.
Ich wurde zunehmend weinerlicher, nervöser, antriebsloser und schob es auf die Arbeit. Damals wurde ich ziemlich gemobbt, aber ich war eine Kämpfernatur und habe alles gut durchgestanden.

Aber ich merkte, dass mir im Fitness-Studio manches arg schwerfiel und ging zum Internisten. Wieder alles in Ordnung. Eines nachmittags fiel mir ein Gegenstand zu Boden und wollte ihn aufheben - ich kam nicht mehr hoch!
Auch da schob ich es auf mangelnde Fitness.

Ich ging abends gegen 22 Uhr zu Bett und plötzlich bekam ich aus heiterem Himmel panische Angst, bekam kaum Luft und mein Bauch schien zu platzen. Der Notarzt brachte mich ins Krankenhaus. Ein junger, fähiger Assistenzarzt fragte mich Dinge, die vorher keinem eingefallen wäre und ich dachte jetzt spinnt er.

Ich wurde eingewiesen! Am nächsten Morgen kam die Oberärztin mit den Worten "Frau XY, Sie haben eine schwere Krankheit!"
Natürlich fing ich bitterlich zu weinen an. Ich hatte Morbus Basedow.
Was war Morbus Basedow? Die Ärztin erklärte mir,dass ich ein Jahr Tabletten nehmen müsse und dann eine 50%ige Heilungschance hätte. Noch im Krankenhaus besorgte ich mir Literatur über MB.

Ich suchte nach meiner Entlassung nach einem Forum und stellte fest, dass es vielen genauso geht wie mir. In diesen 4 Jahren habe ich mit Unterfunktion und Überfunktion gekämpft und habe oft gedacht, "Na das war's jetzt", so schlecht ging es mir.
Das schlimmste daran ist jedoch die veränderte Einstellung zu meinem Körper. Ich habe kein Vertrauen mehr.

Jetzt stehe ich vor der Entscheidung eine definitive Lösung zu finden, auch weil ich in die Wechseljahre gekommen bin und manche Symptome sich denen des MB sehr ähneln und die Einnahme von Carbimazol nicht mehr länger vertretbar ist.
Aber ich habe Angst.
Angst davor, dass mich das Cortison aufschwemmt (wird gegen den Schutz der Augen vor einer Radio-Jodtherapie gegeben), Angst, wiederholt die schlimmen Erfahrungen von Unter- und Überfunktion mitmachen zu müssen, da bei einer Radio-Jodtherapie die Schilddrüse langsam zerstört wird.
Und dann kommen noch die Wechseljahrsbeschwerden dazu, die aus einem normalen Menschen einen Hypochonder machen!! Aber ich muss sagen, es gibt Menschen, denen MB wesentlich mehr zugesetzt hat als mir.
Im grossen und ganzen habe ich verdammt viel Glück

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