Seit März 2004 nehme ich aufgrund einer entdeckten beginnenden Schilddrüsenunterfunktion mit begleitender Hashimoto täglich L-Thyrox Hexal 75 ein.
Ich kam sogar selbst irgendwann auf die vage Idee, dass etwas mit meiner Schilddrüse nicht in Ordnung sei und lag mit meinem Gefühl goldrichtig.

Die Beschwerden, die zuvor langsam schleichend auftraten, waren beispielsweise ein Gefühl der schnellen Überforderung, Antriebsschwäche, Müdigkeit, extremes Schlafbedürfnis (morgens früh Aufstehen, ein Horror), innere Leere, Traurigkeit, selten Gefühl der Panik, soziale Ängste, Konzentrationsschwäche, leicht aufgedunsenes Gesicht, trockene Zunge beim Aufwachen, Pilzbefall der Zunge (leider hatte mein HNO-Ärzt daraufhin nicht auf eine Hashimoto geschlossen.), schmerzende Handgelenke in der Nacht und beim morgens, nach dem Aufwachen.
Nun, da ich die Medikamente einnehme, hat sich erfreulicher Weise langsam wieder einiges gebessert. Jedenfalls meine ich durch die Einnahme einer Tablette, einen leichten angenehmen Energieschub zu bemerken und wesentlich fitter zu sein.

Ich nahm also jeden Morgen eine Tablette ein und alles ging gut (außer hin und wieder Herzjagen am Mittag (ich schloss auf Überdosierung). Selbstverständlich bin ich in regelmäßiger ärztlicher Behandlung (Blutuntersuchung, Ultraschall).
Nach fast einem Jahr bekam ich plötzlich Haarausfall (für meine Verhältnisse stark und ungewohnt, ungewohnt schnell fettende Kopfhaut) und war mir sicher, es läge an einer möglichen Überdosierung, da ich ja noch nie zuvor so viel an Haaren verlor, und ja bevor ich überhaupt diese Medikamente einnahm mein Körper eher das fehlende Hormon hätte brauchen können.

Meine Blutwerte gaben an, ich sei richtig auf das Medikament eingestellt und der Arzt konnte mich in meinem Haarausfall-Problem nicht sehr unterstützen, außer, mir den Rat zu geben, Eisenpräparate einzunehmen.
Eine Überdosierung erschien mir einleuchtender wie die Dosis erhöhen zu müssen(da ich, bevor ich überhaupt die Arznei je einnahm nie Haarausfall hatte.) Dann nahm ich auf eigene Faust nur noch eine halbe Tablette, nach weiteren zwei Wochen nur noch ein Viertel, da keine oder nur geringe Besserung eintrat.
Irgendwann spürte ich wieder alte Symptome (Antriebslosigkeit, etc.), die mich darauf schließen ließen, die Dosis wieder erhöhen zu müssen, was ich auch langsam tat. Der Haarausfall stellte sich ein.

Mittlerweile nehme ich morgens eine halbe und mittags zusätzlich ein Viertel einer Tablette. Momentan also keine sonderlichen Beschwerden.

Nur, wie kann ich mir den zeitweiligen Haarausfall erklären? Weshalb hat er sich wieder eingestellt, ich begreife das nicht. Hatte ich das Medikament über- oder unterdosiert eingenommen?
Mein Arzt sagt, aufgrund meiner Blutwerte immer, dass ich richtig eingestellt sei, was bestimmt im Groben stimmt, nur bin ich der Ansicht, dass kleine minimalste Unterschiede in der Einnahme schon große Wirkung haben und Symptome bewirken, die in den Blutwerten gar nicht deutlich feststellbar sind.
Wie kann ich die beste Dosierung finden und ist es nicht so, dass sich die Dosierung je nach den Lebensumständen öfters ändern kann.
In welche Richtung kann sich meine Krankheit eigentlich in Zukunft entwickeln, werde ich durch lebenslange Einnahme der Medikament je wieder komplett gesund werden können, bzw. ist eine Zerstörung meiner Schilddrüse in jedem Fall zu verhindern? Bedenken Sie, ich habe eine beginnende Unterfunktion.
Wie ist der Unterschied der Hashimoto und der beginnenden Unterfunktion zu verstehen, hängt das zusammen, wie wird sich die Hashimoto weiterentwickeln (zwar habe ich mich informiert, bin aber etwas verwirrt :) ?

Anmerkung Webmaster:
Lieber Leser,
Sie sehen anhand dieses Berichtes, was in den allermeisten Fällen den betroffenen Patienten über ihre Krankheit erklärt wird. - Nämlich so gut wie gar nichts!

Das liegt aber nicht daran, daß die Patienten nicht über ihre Krankheit informiert werden wollen, oder die Information nicht verstehen. Es liegt daran, das sie kaum und wenn doch, unzureichend über ihre Krankheit aufgeklärt werden.
In diesem Fallbeispiel hat man es nicht einmal für nötig gehalten,der betroffenen Person zu sagen, das die Erkrankung an Hashimoto die Ursache für die Unterfunktion der SD ist.Genausowenig hat man erklärt, das Hashimoto eine chronisch verlaufende Krankheit ist, deren Verlauf sich über Jahre hinziehen wird. Eine Medikamenteneinnahme wird lebenslang notwendig sein, auch wenn die Dosis des Sd-Hormons schwanken kann.

Ich persönlich wundere und ärgere mich immer wieder darüber, wie sich die Patienten allein überlassen werden. Das kann so nicht weitergehen! - Also fassen Sie den Mut und schreiben Sie mir Ihre erfahrungen, ich werde Sie sammeln und eines Tages veröffentlichen.

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