Liebe Natascha,
durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen, jetzt gerade, als ich eigentlich wiedermal dabei war im Internet nach Ärzten zu googlen, die mir evtl. weiterhelfen könnten.Immer wieder gibt es gute Phasen, ich denke ich hätte es geschafft, es gäbe eine Lösung, ein Medikament das hilft,
doch das ist immer nur von kurzer Dauer.
Ich sitze nun also hier vor dem PC, oben in meinem privaten Räumchen, nachdem ich schrecklich mit meinen Kindern gestritten
habe, völlig unverhältnismäßig meinen Sohn beschimpft habe, der 9 Jahre jung ist und ebenfalls an Konzentrationsstörungen
leidet und sein Bestes gibt was Ihm aber einfach nicht gelingen kann.
Ich weiß nicht wo ich anfangen soll zu erzählen, am Besten am Anfang und das war der Sommer 2007.
Im August zu der Zeit, ließ ich mir eine Spirale nach 3 Mon. Tragezeit entfernen, da ich unter der Spirale an
Symptomen wie Dauerschmierblutung und Gewichtszunahme, plus schlimmen Stimmungstiefs gelitten habe.
Ich wurde dadurch ein Tyrann und meine Ehe ging fast zu Bruch.( Ich muss dazu sagen, dass ich schon eine
Spirale für 5 Jahre hatte und es mit damit aber sehr gut ging, diesmal war Alles anders)
Nach dem Entf. dieser 2 Spirale nun, wurde es nicht besser sondern das Übel fing erst richtig an.
Ich bekam schlimme Depressionen, nahm an Gewicht zu, das Leben war nicht mehr Lebenswert, ich konnte mich über
Nichts mehr freuen. Meine Brüste wuchsen explosionsartig und ich hatte ständig Brustschmerzen.
Man riet mir Progesteron zu nehmen, was aber die Beschwerden noch schlimmer werden ließ.
Kurz darauf bekam ich ein Schilddrüsenmedikament, da mein fT4 etwas niedrig war und der TSH-Wert leicht erhöht.
Es wurde dennoch kaum besser.
Ich hatte mehr und mehr Unterleibsschmerzen und inzwischen auch den Gyn gewechselt,
da der alte mir nicht weiterhelfen wollte, da Er meine Beschwerden nicht ernst nahm.
Nach 1 Jahr erkannte man dass ich eine Zyste an der li Eileiter hatte, die sich wohl als Abszess entpuppte.
Darauf folgten 3 Krankenhausauftenthalte.
Danach schien es besser zu werden, plötzlich schrumpften die Brüste, ich nahm ab.... doch kaum zuhause und
einen Zyklus später wurde es wieder schlimmer.
Ettliche Veränderungen der Hormondosen und Präparate (Schilddrüse) brachten keine langfristige Besserung.
Meine Blutwerte waren nicht schlecht, dennoch ging es mir immer nur kurz besser.
Teilweise hatte ich Blutwerte die einer Überfunktion entsprachen, dennoch ging es mir schlecht.
Ich leide bis jetzt immer wieder unter Nervenschmerzen im Gesicht von den Zähnen ausgehend,
und doch findet man keine greifbare Ursache für all meine Probleme, ich nehme immer mehr zu, habe Gelenk und
Gliederschmerzen, bin oft sehr müde und total erschöpft. Ich bin 37 und meine Körper sieht aus wie der einer
untrainierten 50-jährigen.
Ich kann keinen Sport mehr treiben was ich früher oft getan habe,
doch schon nach kurzen Strecken und geringer Anstrengung bin ich erschöpft, habe Schächegefühle,
Hitzewallungen und bin sehr benommen, wenn ich es dann doch einmal schaffe länger zu laufen,
dann liege ich am Folgetag im Bett mit schlimmen Gliederschmerzen und kann Nichts mehr machen.
Kein Arzt kann mir eine sichere Diagnose nennen, da es keine eindeutigen Nachweise gibt.
Es schien als hätte ich eine Autoimmunthyreoditis, doch ich habe keine Antikörper.
Einer meiner Ärzte ist sich nicht sicher ob es autoimmun bedingt ist und tippt auf einen Prog.Mangel, der ander sagt es sei sicher durch die Symptome.
Doch wenn ich all meine Symptome aufliste, dann kommt Folgendes in Frage:
-seronegative Autoimmunthyreoditis
-relative Östrogendominanz
-Borreliose (die auch vorhanden sein kann, ohne Erregernachweis, was mehrmals getestet wurde)
-Schwermetallbelastung.
All das kann es sein, doch Nichts davon ist sicher nachweisbar und die Blutwerte sind nicht so eindeutig, dass man sie die starken Symptome erklären kann.
Nicht zu wissen was man hat, zieht einem den Boden unter den Füßen weg.
An welchem Rad soll ich drehen, was soll ich nehmen, was nicht ?
Wann wird es wieder besser, oder wird es überhaupt wieder besser ?
Wenn man weiß woran man leidet, dann kann man damit umgehen, doch Nichts ist schlimmer als die Unwissenheit.
Vielleicht könnte man es in den Griff bekommen, mit der richtigen Therapie, aber welche Therapie soll
ich machen, ohne einen eindeutige Diagnose ?
Ich habe fast keine Kraft mehr, schaffe meinen Alltag oft nicht mehr. Kann keine ausreichende Stütze für meine Kinder sein, denen es selbst nicht gut geht.
Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich irgendwann weiß woran ich leide und dass die Welt für mich wieder etwas bunter wird und vor Allem, dass ich für meine Familie wieder die sein kann, die ich vor 3 Jahren war.
Liebe Grüße
(bitte anonym bei Veröffentlichung)
P.S. Es ist schön, dass Sie die Möglichkeit anbieten, in der Form zu berichten. Allein dies hier niederzuschreiben, hat bewirkt, dass es mir jetzt gerade ein bisschen besser geht.